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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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Brief des Fürsten vom Juli 1866.

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Is.d°r vi„c, M.sch z C°, Brünn, 16 Jult) 1366.

Brünn.

Mein geliebtes Herz!

Nach dreitägiger Ruhe bin ich wieder in's Berliner Leben verfallen,bis 2 Uhr auf, bis 10 geschlafen; ich hoffte, mich dieser ungesunden Ein-theilung etwas entwöhnt zu haben. Herzlichen Dank für Deinen Briefohne Datum; was steht in meinem, der Dich so gefreut hat? ich weiß esnicht mehr. Gestern fuhr ich mit Roon spazieren nach einem einsamenBergnügungsorte, Wald, Felsen, Vögel, Sonnenuntergang, alles tieferFrieden und Muße. Heute ist die Hitze sehr drückend. Der Kronprinz hatgestern ein kleines Gefecht gehabt, was ihm aber doch sechzehn Kanoneneinbrachte. Die Oesterreichcr scheinen sich nach Ungarn zu ziehen. Ichglaube aber, daß es nun bald, wenn nicht zum Frieden, doch zum Waffen-stillstand kommt.

Den 18. Ich habe etwas Rheuma gehabt, aber es ist wieder vorüber;es war ein Nervenbankrott; ich hätte am Sonntag Abend 9 Uhr zu Bettgehen müssen, um von den 50 Stunden Schlaf, die ich in vierzehn Tagenzu wenig gehabt, nachzuholen. Ich that es auch, war eben im Einschlafen,als Lefevre von Wien zurückkam. Verhandlung bis 3 Uhr, und frühwieder. Das fuhr mir in's linke Bein. Gummistrumpf half, jetzt ist'sbesser. Wir gehen heute nach Nikolsburg, Schloß der Gräfin Mensdorf,geb. Dietrichstein.

Warum werden eigentlich unsere Kammern nicht berufen? FrageEnlenburg darnach und sage ihm, daß es dringlich sei, das Parlaments-corps in den Krieg eingreifen zu lassen, bevor die Friedensbedingungcnernstlich discutirt werden.

Ich komme zu den Kammern, wenn ich hier aus den Verhandlungenfort kann; kann ich nicht, so muß ohne mich eröffnet werden. Leb wohl,mein Herz. Ich bin ganz munter wieder und werde es mit Gottes Hülfebleiben. Grüße die Kinder und die Damen herzlich.

Dein treuester

v. B.

Im Juli 1872 schickte ihm Kaiser Wilhelm I. ein eigenhändiges Glück-wunschschreiben: „Sie werden am 28. d. M. ein schönes Familienfest be-gehen, das Ihnen der Allmächtige in Seiner Gnade bescheert. Daher darf

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