Worrede zur ersten Auftage.
Eine urkundliche Geschichte des alten Thüringischen KönigsschlossesBurgscheidungen, welche ich 1894 veröffentlichte, veranlaßte Se. Excellenzden Herrn Grafen Herbert v. Bismarck, mich aufzufordern, eine ähnlicheArbeit über das v, Bismarck'sche Stammgut Schönhausen zu verfassen.
Freilich walten zwischen beiden Orten bedeutende Unterschiede ob. Andie großartige Vergangenheit der „einstmals in goldener Pracht strahlendenKönigshallen" des letzten Thüringerkönigs Herminfried hat sich eine großehistorische Litteratur angeschlossen.
Dagegen ist das Haus, in welchem der Fürst Bismarck geboren wurde,der schlichte Landsitz einer altmärkischen Familie, und unter den Historikernwie in der weiten Welt war Schönhansen bis zu der Zeit unbekannt, woOtto v. Bismarck seinem altererbten Namen den seines Stammgutes hin-zufügte.
Von derartigen Erwägungen aus sollte das Buch nach der ursprünglichenVerabredung in anspruchsloser Gewandung erscheinen. Die Königliche Hof-buchhandlung von E. S. Mittler öc Sohn, welche den Verlag übernahm,erklärte jedoch, daß ein den Geburtsort und die Ahnen des eisernen Kanzlersbehandelndes Werk eine würdige Ausstattung erhalten müsse. Andererseitsnahm Se. Excellenz der Herr Graf Herbert v. Bismarck auf die Wünsche desVerlegers nach der Seite Rücksicht, daß er auf einen zweiten Theil des Buchesverzichtete, welcher nach der zuerst gehegten Absicht die ans die Geschichte desOrtes oder ihrer Besitzer bezüglichen Urkunden entweder wörtlich oder inRegestenform zum Abdruck bringen sollte. Statt dessen wurde der Inhaltder wichtigeren Urkunden in den Text selbst hineingezogen.