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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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Die Franzosen plündern Schönhausen.

vier Gelben zu retten, der Wagen fiel in der Franzosen Hände. Er konnteihn einige Tage später jedoch in Rathenow, wohin jene ihn mitgenommenhatten, wiedererwerben und fand zu seiner Freude zwei Rollen mit Gold-stücken, welche er in die Wagcnthüren hatte hinabgleiten lassen, vollzähligan ihrem Verstecke vor. Die fliehende schöne Frau vom Hanse verschloß dieThüre des Zimmers hinter sich, welche die Verfolger mit ihren Bajonettenaufzubrechen versuchten, und konnte durch einen noch unbesetzten Ausgang ent-schlüpfen. In ihrer blinden Wuth durchstachen und dnrchschlitzten sie, wieschon oben erwähnt, in kindischer Weise mit Säbeln und Bajonetten den Stamm-baum des Geschlechts. Auf beiden Rittergütern, auf der Pfarre und bei vielenEinwohnern des Dorfes plünderten sie Alles und zerschlugen die Möbel.Ein zweiter noch an demselben Abend ankommender Hansen zerstörte, was vonjenen noch verschont geblieben war, und raubte das Dorf in grauenerregenderWeise aus. Die geringsten Jnvcntarstücke wurden eine Strecke Wegs mit-geschleppt und dann als werthlos fortgeworfen und zerschlagen. Der64jährigeKossäth Peter Schulze starb am 29. Oktober an den in der Nachtvorher bei der Plünderung von den Franzosen erhaltenen Wunden", undam6. November starb Margarete Bellin am Schlagfluß vor Schrecken bei demfeindlichen Einfall" (Kirchenbuch zu Schönhausen).

Der Gutsherr flüchtete mit seiner Gemahlin, mit der Familie desPfarrers und mit einem Theile der Bewohner, um ferneren Mißhandlungenzu entgehen, nach dem benachbarten Trübenwald, einem durch künstliche Ent-wässerung ausgetrockneten schwer zugänglichen Erlenbusch, wo sie eine schauer-lich kalte regnerische Nacht unter freiem Himmel verbrachten. Am anderenMorgen geleitete er seine Gemahlin für einige Wochen nach Rathenow, währender selbst, so lange der Uebergang des feindlichen Heeres über die Elbedauerte, vom Generalstab zu Tangermünde eine Schutzwache erwirkte, sodaß der Ort von einer ferneren Plünderung verschont blieb. Der da-malige Prediger Petri schrieb ins Kirchenbuch:Seit dem dreißigjährigenKriege hat kein feindlicher Fuß den ruhigen Winkel zwischen Elbe und Havelbetreten. Gott erhalte uns unsere Wohnungen, unsere Scheunen und unserVieh. Sonst wird das Elend grenzenlos. O, goldener Frieden, glücklicheRuhe, die wir genossen. Wann kehrt sie wieder?" Theodor Körner, welcheram 23. Mai 1813 auf der Pfarre zu Schönhausen nächtigte, hat als prophe-tische Antwort auf diese klagende Frage hinzugeschrieben:Dann, wenn