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Schönhausen und die Familie von Bismarck
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August Friedrich in Gollnow,

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v. Bismarck, der Vater des Fürsten, ihm als Kornet bei den Leib-Karabiniersvorgestellt wurde, indem er erklärte:Werde wie Dein Großvater, das warein ganzer Kerl." Der Fürst Bismarck soll mit ihm eine sprechende äußereAehnlichkcit besitzen. Er war 5 Fuß und 11 Zoll hoch, eine mächtige Figurvon robuster kräftiger Natur, nur in den letzten Jahren kränkelnd.

Wenn der Schüler des Fricdrich-Wilhclms-Gymnasiums zu Berlin dieFerien bei seinen Eltern in Kniephof verbrachte und auf der Reise in Gollnowbei der hochbejahrten Frau des Bürgermeisters übernachtete, wußte diese nachmehr als 75 Jahren noch von dem flotten Leben des Urgroßvaters zu er-zählen, welcher dvrt mit seinem Regiment in Standquartier gelegen hatte.Als eifriger Nimrod erlegte er in einem einzigen Jahre (laut seines Jagd-buches im Archiv zu Schönhauseu) über hundert Stück Rothwild und alsvortrefflicher Reiter hielt er neben einer Meute von Hunden einen Stall edlerRosse. Bei den Offiziersfcsten und bei militärischen Gesellschaften in seinemHause wurde jede ausgebrachte Gesundheit von den Trompetern mit einemTusch und von den dazu aufgestellten Soldaten mit einer Gewehrsalve begleitet.Mit der Musik vorauf zog auch wohl der lebensfrohe Oberst mit seinenOffizieren, von den Dragonern gefolgt, nach der Jhna, um den hölzernenEsel auf dem zu reiten der Lattenstrafe für ähnlich erachtet wurde inden Fluß zu werfen. Sache seiner Leute war es dann, denselben wieder anden alten Platz zu stellen.

In seinen Briefen offenbart sich eine gewisse Derbheit und eine großeNeigung zum Spott; dieser richtete sich besonders gern gegen den späterenVormund seiner Kinder, seinen Schwager Karl Joseph v. Dewitz, der am17. Januar 1753 alsPvmmer'scher Vice-Präsident und accreditirter Ministeram Kaiserlichen Hofe als Gönner der Gelehrten und als edelmüthiger Freundder Wissenschaften und Künste" zu Wien im 36. Lebensjahre an den Blatternverstarb.

Aber auch sehr gemüthvvlle Briefe an seine Gemahlin finden sich imArchiv zu Schönhauseu, so unter anderen ein vier Seiten langes Gedicht ausGollnow anFritzgen" gerichtet:

Flieh hin beglücktes Blatt, ach küsse diese Hände,

Die mich mein Unfall jetzt nicht selber küssen läßt.

Geh, sprich daß Bismarck dich an seine Fritzgen sende,

Der trene Knecht, der seinen Lebensrest

In einer fremden Luft nnt Seufzen muß beschließen u. f. w.