116
August Friedrich, Oberst im Regiment Ansbach-Bayreuth,
folgte so unerwartet der Angriff, daß ihre Eskadrons in völlige Unordnunggeriethen; da die Dragoner von den Pferden absaßen und die Landstraße ab-schnitten, wurden die Oesterreicher zum Passieren eines schmalen Dammesund zum Uebersetzen über einen Graben genöthigt, wobei sie 86 Todte undVerwundete und 166 Gefangene verloren. Auf der Flucht wäre beinahe derfeindliche Kommandeur in die Hände der Verfolger gerathen; der ganze zu-sammengebrachte Haufen von Fourage und Lebensmitteln fiel in die Händeder Sieger. Der König bezeugte sein Wohlgefallen über diese Expedition da-durch, daß er unter Ertheilung des Ordens pour Is mckrite und einer jähr-lichen Pension von 560 Rthlr. (über eine Vierteljahrsrate derselben quittirteAugust Friedrich noch wenige Wochen vor seinem Tode in tsrmino m-nois,Archiv zn Schönhausen), den Oberstlieutenant v. Bismarck zum Oberstenernannte, ihm ein schönes Pferd schenkte, seinen ältesten Sohn, welcher beimLeib-Karabinier-Regiment als Standartenjunker stand, in die Stelle einesFähnrichs bei dem de la Motte'schen Infanterie-Regiment einrücken ließund nach beendigtem Feldzug den Oberst v. Bismarck zum Kommandeur desRegiments unter gleichzeitiger Verleihung der Rechte des Inhabers ernannte.
In der Schlacht von Czaslan wurde er an der Spitze seines Regimentsverwundet. Er ließ sich aus der Schlacht nach Kottenborn (Knttenberg)fahren, wurde aber unterwegs von Oesterreichischen Husaren überfallen und,nachdem ihm Alles, was er besaß, abgenommen war, erschossen. Sein Leichnam,nach Schweidnitz überführt, wurde dort auf dem Kirchhof bei der Dreifaltig-keitskirche beerdigt. Ein auf seinen Tod bezügliches Trauergedicht von dreiFolioseiten „Ehrendenkmal der v. Bismarck'schen Familie, gewidmet vonAuen in Gollnow", findet sich im Archiv zu Schönhausen.
Im Kirchenbuch zu Schweidnitz steht er in der Todtenliste verzeichnetals „geblieben in dem Treffen bei Knttenberg, 23. Mai 1742 zu Schweidnitzbegraben".
Er besaß im höchsten Maße die Werthschätzung Friedrichs des Großen.Als Karl Alexander, der Großvater des Fürsten, wegen seiner gelehrten Bildungvon seinem Onkel dem Präsidenten v. Dewitz veranlaßt wurde, ihn auf seinenGesandtschaftsposten nach Wien zu begleiten, befahl ihm der König mit denWorten: „Ein Offizier, wie sein Vater, ist mir lieber als alle Federfuchservon Gesandten", Soldat zu werden, und noch 1783, also 41 Jahre nach desObristen Tode, gedachte seiner der hochbetagte Monarch, da Ferdinand