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Die Längsrillen,
oberen Verzierungen auf beiden Seiten des Anbaues unzweifelhaft her-vortritt.
1326 wird Bodo als plslmnus in Sconenhusen, 1354 Hildebrandin Schonehusse als roator soolssius genannt.
1461 wird neben dem praopositus dominus dolros Noloudorp derdominus (Uuzrurdus Lolronliuson genannt; beide setzten laut der Inschrift demum Havelberg hochverdienten Bischof Johannes Wopelisse (f 9. März 1461)ein prächtiges Marmordenkmal in der Dvmkirche zu Havelberg, Der Grab-stein des dominus Gherard Schonhusen, st dio Imurontii (16. August) 1466,steht ebendort in einer Kapelle.
Im 12. und im Anfang des 13, Jahrhunderts sollen die TempelherrenSchönhausen als ein geistliches Gut besessen haben. Aber es läßt sich nichtermitteln, in welcher Art es ihnen zu Eigen ward und zu welcher Zeit undunter welchen Umständen es wieder au Havelberg gelangte.
Die Liingsrillen und Nundmarken an der Kirche.
An der äußeren Mauer der Kirche, zumal an beiden Seiten des Haupt-cinganges, findet man in großer Zahl hieroglyphische in die Backsteine ein-gekratzte Zeichen, theils Striche, zumeist vertikal einen Finger lang und etwadrei Centimeter breit, theils hemisphärische Ausbohrungen in der Größe eineshalben Hühnereies von überraschender Regelmäßigkeit und Glätte meist inHöhe von 2 bis 5 Fuß über der Erde, oft, namentlich was die Löcher an-betrifft, dicht nebeneinander, lieber diese „Längsrillen und Rundmarken", welcheman an Profanbauten, z. B. am Schlosse zu Quedlinburg, zumal aber an vielenKirchen in der Altmark, aber auch am rechten Elb-Ufer z. B. in Sandauund Melkow bis zum Kamminer Dom, ja fast so weit als der norddeutscheBacksteinbau reicht, antrifft, hat sich eine ganze Litteratur gebildet,^) ohnedaß die Archäologen zu einem sicheren Resultate gelangt sind. DieStriche sollen Knaben, die Halbkugeln Mädchen bezeugen. Die Symbole derbeiden Geschlechter sollen auf dunkle Zeiten heidnischer Gottesdienste zurück-weisen. Sie sollen vor der Geburt eines Kindes von den Eltern als Aus-druck ihres Wunsches nach einem Sohn oder einer Tochter, eingekratzt sein,oder primitive Geschlechtsregister darstellen, in welche Männer und Frauen
*) Prüfer, Archiv für kirchliche Baukunst. — Otts, Handbuch der kirchlichen Kunst-archäologie. — Kirchliche Monatsschrift XII., 59, 349.