Druckschrift 
Die Lehren der Astronomie
Seite
382
Einzelbild herunterladen
 

Astronomie.

Cap. XI

lieh anzunehmen, denselben uns in jedem Augenblicke invier gleiche Theile getheilt vorstellen, die unter gleichenWinkeln zu beiden Seiten der Knotcnlinie hingestelltsind, wo es alsdann klar ist, daß bei jedem Umlaufevon ? die Wirkung zweier dieser Theile darin bestehenwird, diejenige der beiden anderen genau aufzuheben oderzu vernichten.

51») Bei dem bisher Gesagten haben wir den KörperKI als ruhend angenommen; aber in Beziehung aus diemittleren Endresultate gelten dieselben Schlüsse, auchwenn wir ihn als beweglich betrachten. Denn währendeines ganzen Umlaufs der Knoten, der wegen der gro-ßen Langsamkeit ihrer Bewegung einen außerordentlichenZeitraum erfordert, indem derselbe bei den Planeten inden meisten Fällen mehrere Jahrtausende, und' beimMonde nicht weniger als 257 Lunationen beträgt, ge-langt der störende Körper lV! durch seine eigeneBewegung in alle möglichen Stellungen in Bezugauf die Knotenlinie. Noch ehe der Knoten seine Lagewesentlich verändert haben kann, hat schon einen gan-zen Umlauf vollendet und ist zu seiner stühern Stellungzurückgekehrt, so daß wir in der That (den kleinen Un-terschied abgerechnet, der aus dem Zurückweichen des Kno-tens wahrend eines synodischcn Umlaufs von Kl entsteht)ihn so betrachten können, als befinde er sich in- jedemZeitm-omentc auch in jedem Punkte seiner Balln, odervielmehr, als sey seine Masse- in dem ganzen Umfangeseiner Bähst, wie ein fester Ring, gleichförmig vertheilt.Hiernach findet die Ausgleichung, von der wir gezeigthaben, daß sie nach einem vollständigen Knotenumlaufteintrete, in der That nach jedem smiodischcn Umlaufevon Kl statt, mit alleiniger Ausnahme jeneskleinen Unterschiedes, der von der so eben er-wähnten Ursache herrührt. Dieser Unterschied, und nichtdie ganze störende Wirkung von Kl, ist es also, der diewirkliche Veränderung der Neigungen hervorbringt, sowohlbei den Bahnen der Planeten, als bei derjenigen des Mvn-des st und dieser Unterschied, der durch die Bewegung von ölunausgeglichen bleibt,-wird seinerseits wieder durch dieBe-wegung des Knotens nach einem vollständigen Umlaufe -desselben ausgeglichen.