Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
384
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Schluss.

Nicht weniger hemerkeiiswerth als sein Gesicht war seinWesen. Die, welche es kannten, schildern es als besondersgewinnend, ja einschmeichelnd gegen Menschen, die er liebte.Aber auch ausserhalb dieses engsten Kreises war er äussersteinnehmend, und so hingebend er von den Seinigen geliehtwurde, so hat es gewiss nicht viel Menschen gegeben, dienach ausserhalb weniger Feinde hatten, ^als er. Die grosseBewunderung, welche zwei so verschieden geartete Menschenwie Schumann und Berlioz, die ihn beide genau kannten, fürihn äusserten, zeigt uns, was für eine Basis von wahrer Güteseiner Liebenswürdigkeit zu Grunde lag.Seine Sanftheitund Weichheit", sagt einer seiner englischen Freunde,hattenkeine der schlechten Seiten, die sich oft bei diesen Eigen-schaften finden, nichts weibisches oder krankhaftes. Es wareine Menge Mannhaftigkeit in seinen ldeinen Körper ge-packt." In der Tliat konnte er, wenn es nothwendigwar, sehr zornig werden. Niedrigkeit oder Betrug oderunwürdiges Benehmen irgend einer Art reizte seinen Zornaugenblicklich. Er konnte dann plötzlich Feuer fangen undsich auf dem Absatz herum drehen, in einer durchaus nichtniisszuverstelienden Weise; überraschend genug für Solche, dienur seine sanfteren Seiten kannten. Gegen Gedankenlosigkeit,Nachlässigkeit und Bornirtlieit war er sehr intolerant, und insolcher Art gereizt sagte er Dinge, deren Stachel noch langenachher fühlbar gewesen sein muss, und welche er selbst baldbereute. Aber dies waren seltene Fälle; in der Kegel erwarbihm der Zauber seiner Persönlichkeit Freunde, und sicherteihm deren Beständigkeit. Und für Menschen, die er wirklichliebte, konnte es kaum einen bessern Freund geben. Die ver-öffentlichten Briefe an Webern, Verkenius, Klingemann,Schubring, Hiller, Mosclieles zeigen eine wahre und warme Zu-neigung, wie man sie selten trifft, welche ihn aber nie ver-leitet, in irgend einem ihm wichtig erscheinenden Punkt seineeigne persönliche Meinung fallen zu lassen. Immer war erbereit, Talent und Fleiss zu ermutliigen, und die Fälle vonTaubert, Eckert, Gade, Joachim, Kietz, Naumann, Hiller unddem anonymen Studenten, dessen Sache er so warm hei dem