Felix' persöhnliche Erseheinimg.
gemischt, und er fing an kahl zu werden. Der Backenhartwar sehr dunkel, Kinn und Oberlippe glattrasirt, und bläulichvon der Stärke des Bartes. Der Mund war ungewöhnlich feinund ausdrucksvoll, meist mit einem freundlichen Lächeln inden Mundwinkeln. Er hatte schöne weisse, regelmässigeZähne, aber das Frappanteste in seinem Gesicht waren diegrossen, dunkelbraunen Augen. In der Buhe senkte er oftdie Augenlider, wegen seiner Kurzsichtigkeit; aber sobaldseine Augen sich belebten, gaben sie dem Gesicht ausser-ordentlich viel Feuer, und hatten einen selten schönen Aus-druck. Wenn er improvisirte, oder sonst stark erregt war,erweiterten sie sich, die braune Iris bekam dann einen dunkelnfast schwarzen Glanz. Er lachte oft und herzlich 1 , und hatteeinen sehr entwickelten Sinn für alles Komische; wenn ihnetwas besonders belustigte, konnte er sich förmlich vor Lachenkfümmen, und schüttelte dann seine Hand im Gelenk in einereigentliümlichen Weise, um seiner Lustigkeit Nachdruck zugeben. Bei lebhafter Zustimmung nickte er heftig mit demKopf, sodass ihm das Haar in's Gesicht fiel. Ueberhaupt warsein Körper fast ebenso ausdrucksvoll, wie sein Gesicht. DieHände waren klein, mit spitzen Fingern. Auf den Tastenerschienen sie fast wie selbständige und intelligente Wesen,voll Leben und Gefühl. Sem Benehmen beim Klavierspiel warebenso frei von Affektation, wie Alles andre was er that,und war sehr fesselnd. Zu Zeiten, besonders an der Orgel,beugte er sich stark über die Tasten, als lauschte er auf dieMelodieen, die unter seinen Fingern entstanden; mitunterwiegte er sich hin und her, aber gewöhnlich war sein ganzerVortrag ruhig und gesammelt. Aeusserst interessant war erals Dirigent, gefürchtet, aber noch viel mehr geliebt. Seinsehr feines Ohr ermöglichte ihm, nicht nur die Instrumenten-gattung, sondern den einzelnen Spieler herauszuhören, dereinen Fehler gemacht hatte, und so streng sein Tadel seinkonnte, wenn, was allerdings nicht oft vorkam, Lässigkeitoder gar böser W T ille vorhanden war, so ermunternd underfreuend war sein gern gespendetes Lob hei gutem Gelingen;die Freude war ihm dann auf dem Gesicht zu lesen. —