1836—1839.
Der Winter 1835/36 verging trübe; ein jeder musstesuchen, sich mit dem grossen erlittenen Verlust vertraut zumachen. In Felix setzte sich die verschlossene, beinahe ver-zweifelte Stimmung so fest, dass es. bei Fanny zur lebendigstenUeberzeugung wurde, es müsse wirklich für ihn ein neuesLeben anfangen, er müsse heirathen. Sie besprach es mitFelix und entnahm zu ihrer innigen Freude aus dessen Aeusse-rung „er wolle sich nächsten Sommer am Rhein umsehen", dasses wohl nicht so ganz in's Ungewisse hinein nöthig sein werde,sich umzusehen. — Was hätte ihn sonst bewogen, gerade amRhein Z u suchen? — Wir werden sehen, wie glücklich er-suchte und fand.
Aus dem Anfang 1836 (31. Januar) sei hier wieder einBrief vön Fanny an Klingemann mitgetheilt:
„Ich will den Brief an Sie anfangen, damit er angefangensei, und ich ihn dann gelegentlich weiter schreiben und ge-legentlich abschicken könne. Die Korrespondenz mit Ihnenist so erfreulicher Art, dass sie die einzige ist, die ich fort-setze, und willentlich gewiss nicht in's Stocken gerathen lassenwerde. Denn schriftlich, wie im Leben liebe ich solchen Um-gang, vor dem man sich auch einmal maussade und maulfaulzeigen darf, ohne dass der Andere gleich Absicht oder Belei-digung darin sieht. Man muss auch einmal einen Brief schrei-ben dürfen, in dem nichts steht, als „guten Tag, antworten
Die Familie Mendelssohn. II. 1