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2 (1880) 1835 - 1847
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Fanny's Tod.

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Tod der Mutter eine unersetzlichere Lücke reissen, als der Toddes Vaters. Selten aber wird dies so fühlbar hervortreten alses hier der Fall war: Alle Geschäfte, die ganze Leitung desHauses, die Vermögensverwaltung, die Erziehung des Sohnes,hatte sie besorgt, ihr Mann war in alle dem vollkommen uner-fahren und lebte nur seiner Kunst. Aber selbst in diesemseinem Schaffen war ihr Einfluss auf ihn grösser gewesen, alser selbst es vielleicht ahnte; er war ganz zerrüttet, als sieihm genommen war. Er, sonst der fleissigste, rastlos tliätigsteMann, dem schöne Bestellungen Arbeit auf Jahre hinaus sicher-ten, der ein grosses Werk (ein Bild für den Thronsaal inBraunschweig) der Vollendung nahe hatte, hat in den nahezufünfzehn Jahren, die er sie überlebte, eigentlich nichts mehrgemalt, an dem eben erwähnten Bilde nicht mehr einen Strich.Er, der sonst Abends förmlich aus dem Atelier getrieben wer-nen musste, um sich einige Bewegung zu machen, dem, einenBrief zu schreiben, die unangenehmste, stets aufgeschobenePflicht war, verbrachte jetzt die meiste Zeit ausser dem Hauseoder mit Correspondenz. Die Zeitung hatte er sonst bei Tischdurchflogen und um Politik sich wenig oder gar nicht geküm-mert; jetzt bedeckten Journale seinen Tisch und er entwickeltein Vereinen und Versammlungen eine fieberhafte Thätigkeit.Eine Häuslichkeit hat er nie wieder gehabt.

Möge hier noch einmal der Eindruck der ganzen Persön-lichkeit Fanny Hensels zusammengefasst werden: Sie war kleinvon Gestalt, und hatte ein Erbtlieil von Moses Mendelssohn eine schiefe Schulter, was aber wenig zu sehen war. DasSchönste an ihr waren die grossen, dunkeln, sehr ausdrucks-vollen Augen, denen man die Kurzsichtigkeit nicht ansah.Nase und Mund waren ziemlich stark, sie hatte schöne, weisseZähne. Der Hand sah man die Ausarbeitung durchs Klavier-spiel an. Sie war schnell und decidirt in ihren Bewegungen,das Gesicht war sehr lebendig, alle Stimmungen spiegelten sichauf demselben treu wieder; Verstellung war ihr unmöglich. Esmerkte daher Jeder sehr bald, wie er mit ihr stand; denn sosicher sich die Freude über einen lieben, gern gesehenen Men-schen sofort zeigte, so unheildrohend lagerten sich auch ge-