Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Schluss.

wisse Falten um Stirn nncl Mundwinkel, wenn eine ilir unsym-pathische Erscheinung sie verstimmte. Wenige können sichso intensiv über alles Schöne: schönes Wetter, schöne Menschen,schöne Talente, schöne Natur, freuen, wie sie es konnte.Frische Luft athmete sie tief und voll ein, und erklärte diesfür einen der grössten Genüsse. Ebenso intensiv war aller-dings ihr Aerger über alles Hässliclie ihr Zorn über allesSchlechte. Gegen langweilige, fade, eitle und hohle Menschenwar sie sehr intolerant, und hatte gewisse betes noires, gegendie sie ihre Antipathie durchaus nicht bemeistern konnte. IhrGesicht nahm dann wohl einen Ausdruck so tiefen Unglücksan, dass sie ihre Umgebung häufig dadurch in die grössteHeiterkeit versetzte, wenn die Ursache in so gar keinem Ver-liältniss zu der in ihr hervorgerufenen Stimmung stand. Wardiese verflogen, so lachte sie wohl selbst darüber, und wardoch das nächste Mal ebensowenig im Stande, sich zu bezwingen.Materielle Genüsse waren ihr ziemlich gleichgültig: gut Essenund Trinken, Bequemlichkeiten, Toilette, Luxus aller Art,waren nicht zu ihrem Leben notliwendig; wohl aber Umgangmit gebildeten, klugen Menschen, im kleineren Kreis, und Kunst-genüsse. Ihr Freiheitssinn wurzelte tief in ihrer Natur: gegenden Adel, und alle Prätensionen der Geburt und des Geldbeutelsverhielt sie sich sehr zurückhaltend. Besuche und alle soge-nanntengeselligen Pflichten" waren ihr sehr lästig, und sieentzog sich denselben soviel als möglich. Aber sie war dietreueste mid unerschütterlichste Freundin aller Derer, die siefür wertli erachtet hatte, dem näheren Umgang anzugehören,und solchen gegenüber zu jedem Opfer fähig.

Das war nun Alles zerstört; und die Plötzlichkeit desSchlages raubte den gänzlich Unvorbereiteten alle Fassung.Wie Felix immer in Freud und Leid das tiefste, richtigsteGefühl hatte, und ihm die schönste Form zu geben verstand,so auch diesmal. So war den Trauernden zu Mutli, wie erihnen damals schrieb:

Wenn Dich meine Handschrift im Weinen stört, so thueden Brief weg, denn Besseres giebt es jetzt wohl nicht füruns, als wenn wir uns recht ausweinen können. Wir sind