Sorrent.
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und nun ich hier bin, sehne ich mich mit aller Macht nachHause. Und wieviel wird mir da fehlen, wenn ich nicht wiederin's Haus ziehe. L. hatte doch Recht, als er gern seine ver-fluchten Jefiihle auf des infame Instrument ausdrücken wollte.Ihr glücklichen Musiker macht aus solcher Stimmung und Um-gebung ein Lied ohne Worte, zur Freude der Menschen; ichmuss garstige Prosa mit Worten schreiben und mich am Endenoch von Euch auslachen und undankbar schelten lassen, gegenmein Schicksal, das mir nach vielen Jahren Plackerei undSorgen vergönnt, eine Zeit gesund ganz nur für unser Ver-gnügen zu leben."
R e b e c k a an Fanny.
Sorrento, Villa grande Guerracina 6ten Juli.
„Dem neugeborenen Fünfziger*) Gruss und Glückwunsch.Hab' ich Euch jemals hergewünscht, so. ist's jetzt. DenktEuch nur, wir vier Dirichlet's in einer Wohnung, ungefähr wieFelixens in Berlin, mit einem Saal, in dem fünfzig Paare tanzenkönnten, neun verliältnissmässige Stuben daran, eine Halle mitArkaden längs der ganzen Wohnung, die mit einer bedecktenLoggia schliesst, die wieder die ganze Wohnung überflüssigmacht, denn ich habe Sopha, Tisch und Stühle heraussetzenlassen und nun wird draussen gegessen, getrunken, gelehrt,geschlafen, Besuch angenommen (gab' es dergleichen), Wäschegetrocknet, wie z. B. jetzt, wo Dirichlet's Badehandtuch sichsonnt; es fehlte nur, dass wir auch in der Loggia badeten,doch dazu müssen wir erst ein Stück Weges gehn und dannhundert Fuss herabsteigen durch Grotten der Nymphen, umuns dann in der Unendlichkeit auszuziehen und den Fischer-barken ein Schauspiel für Götter zu geben. Und aus jederder Arkaden ist eine Aussicht! Ich sage Dir, ich gönne siemir nicht; könnt' ich Euch nur mit dem Telegraphen holenlassen und in meine drei unbesetzten Betten legen. Von einerdieser unbesetzten Stuben führt eine Thiire in den oberen
*) Wilhelm Hensel.