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2 (1880) 1835 - 1847
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324
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324 • Reise- imd Heimathbriefe.

langem Hin- lind Herreden, denn mir lag das Musikfest dochsehr in den Gliedern, eine luftige Wohnung gemiethet, undwollen noch den Juli hier grasen. Es ist hier ganz göttlichschön, allein, ich weiss nicht, meine Reisewonne ist vorüber,und ich sehne mich schrecklich nach Dir und den Geschwistern.Es geht mir eigen mit Neapel, es ist mir von allen italiänisclienSchönheiten am wenigsten simpatica , und nun müssen wir solange in der Gegend bleiben und doch am Ende die Hauptsachenungesehen lassen; es ist unmöglich, in dieser Hitze Plaisirauszustehn; lieut sind 28 Grad hier, in Neapel 31. Doch istes, die paar Mittagsstunden abgerechnet, nicht drückend, dieMorgen und Abende kühl und frisch , das Bad zwischen dengrossen Felsstücken erquickend und dabei auf eine Weise naiv,die unglaublich ist. Man zieht sich auf dem Strand am Wasseraus und geht hinein, Angesichts aller Fischerkähne, und ebensowieder hinaus. Der Glanz aber und die warme Frische desWassers sind von unbeschreiblicher Schönheit. Hier zu Landewird einem der Homer erst recht mundrecht, mit allen Grottenund heiligen Hainen. Bei Meta, nahe bei Sorrent, stelm zweiuralte Olivenbäume, von denen gesagt wird, sie seien dieselben,zwischen denen sich Odysseus bettete, als er das Land derPhäaken betrat. Andere verlegen die selige Insel nachSicilien.

Du wirst einen grossen Unterschied finden zwischen meinenRömerbriefen und diesen hier, die gar nichts enthalten; aberDu glaubst nicht, wie dieses Nichtreisen — doch Reisen —doch Baden — doch Bleiben — diese Ungewisslieit über unsrenächste Zukunft mich preoccupirt und nun liegt mir der Um-zug , die Zeit, ehe man ein wenig eingewohnt, dann wiederGinpacken, noch in Neapel ein paar Tage besorgen, sehen etc.,dann die grosse Reise in den Gliedern. Die Kinder sind sehrvergnügt hier, nur hat Walter den Kummer, dass er nichtbaden soll, weil er sich neulich auf einer Parthie nach derblauen Grotte rothe Augen geholt hat, und Ernst den, dasser baden soll, was alle Morgen ein Zetergeschrei setzt. Soist der Mensch nimmer zufrieden, was hätt' ich in Berlin drumgegeben, mit den Meinigen einen Sommer in Sorrent zu sein,