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2 (1880) 1835 - 1847
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Reise- und Heimathbriefe.

mit ihrer maurischen Halle und welthistorischen Aussicht.War ich nur noch da, liier hin ich ein wenig ausgesperrt, unddie Zeit, bis Dirichlet kommt, wird mir schrecklich lang. InPalermo hatte ich doch Doi^ Romeo — es ist unglaublich,dass Du Don Romeo nicht kennst, und der ist doch jetzt injedes Dirichlet Mund. Romeo ist der Palermitaner Scliapseund Cousin Wolf in einer Person, nur, wie sein Name besagt,in's Palermitaniscke übersetzt, d. h. ein sehr hübscher jungerMann. Mit Cousin Wolf hat er eine kleine Rente, sehr weisseWäsche und gentilite in die Begebenheiten gemein; mit Schapse,dass er Alles weiss und Allen Alles verschafft. Dieser istuns von einem Offizier vorgestellt worden, an den Dirichleteinen Brief hatte, und seitdem ist er uns nicht von der Seitegegangen, hat unsere Partien arrangirt, den patto mitKutschern und Schiffern gemacht, mir Nähseide gekauft,Dirichlet einen Knopf angenäht, und es war die dickste Freund-schaft , ein wahrer Amico. — Nun bin ich aber sehr müde,gute Nacht! Uebermorgen mehr von Romeo, morgen will ichnach Sorrent, Nerenzens besuchen. —

Den 5ten. Evivaü! Aus der Form dieser Ausrufungs-zeichen siehst Du schon, dass ich Pauls Töchterchen begriisse.Eviva! welch ein Stein ist mir vom Herzen. 0 war ich jetztbei Euch und könnte die neue Mutter begrüssen! Bei solchenGelegenheiten reicht der Vesuv und das Meer nicht aus, einemdie persönliche Anwesenheit zu ersetzen. Tausend guteWünsche dem Vater, der Mutter und dem Kinde. Am 24stenhaben wir feierlichst ihre Gesundheit am Fusse des MontePellegrino getrunken, und ich dachte eigentlich, nun müsstees losgehn, aber da war ja Alles schon überstanden.

Ich datire dies aus Sorrent, wie Du vorhergesagt, liebeFanny, aber die Sache hat einen Haken. Ich habe mir diepassende Zeit ausgesucht, wo Dirichlet nicht da und ich fastganz fremd in Neapel war, um gleich, nachdem ich aufhörtezu schreiben, recht krank zu werden; nachdem Dr. Zimmer-mann die Sache eine Weile angesehen hatte, befahl er mirperemptorisch, aus dem Bett aufzustehen und stehenden Fussesnach Sorrent zu wandern, wo ich seit einigen Tagen weile