Berliner Festlichkeiten.
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Datum zu Gesicht bekam und Hensel ging es nicht besser.Aber Du wirst es komisch finden, zu gleicher Zeit .habe ichmich gefreut, dass mich damals meine Trägheit und mein Baieonan Neapel gefesselt hatten, und dass mir, will's Gott! fürmeine Vierzige nun noch eine so grosse Erschütterung übrigist. Für die Dreissige hat mir Italien genug gethan. Dubist übrigens schreiend ungerecht gegen Neapel, das denndoch so ganz unerhört schön ist, dass ihm in gewissen Punktenkaum etwas in der Welt gleichen kann. Der Vesuv, die In-seln, Pompeji, was kommt wohl gegen diese Haupttodtschlägerauf? Die blaue Grotte ungerechnet, die Vormittags keine Be-suche annahm, als wir ihr unsere Aufwartung zu machenwünschten. — —
Wir haben einstweilen sehr viel Zweck gegessen, undLebendige und Todte mit Festklängen gefeiert. Ich schriebDir, glaube ich, schon neulich, dass Devrient eine Trennungs-freude bereitet werden sollte; der grosse R. stellte sich vondiesem Abschiedsfeste nichts Geringeres vor, als dass es Dev-rient in Zukunft wieder hierher zurückführen und seine Stel-lung für alle Zeiten und Zukunft hier sichern würde (wennich doch so glücklich wäre, so ausserordentlichen Werth aufmeine Einfälle und Unternehmungen zu legen). Dazu hatteR. denn auch so unsinnige Anstalten getroffen, dass, wennman ihm seinen Willen gelassen hätte, das ganze kunstliebendeBerlin sich sechs Monate lang die Augen ausgekratzt habenwürde. Durch Hensel's vernünftige Vermittelung gelang esdenn endlich, diese Fete in das Geschenk einer sehr schönenPorzellanvase zu verwandeln, an deren Fuss die Namen derverschiedenen Geber prangen werden. Mittwoch trat er zuletztals Tasso auf: nach dem Theater versammelten sich seineFreunde und Freundinnen (kerne Schauspieler) im Hotel deRussie, wo er seit einigen Tagen wohnte, und die Vase wardihm mit einer einleitenden Rede von Werder, der darin steckenblieb, überreicht, dann folgte ein frugales Mahl, dessenLeitung sich aber doch R. zu bemächtigen gewusst hatte, undwobei der Champagner auf gemeinschaftliche Kosten so floss,dass ich in Todesangst vor der Rechnung lebe, welche noch,