Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
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Reise- und Heimatlibriefe.

prächtig- — eine Wärme und ein Leben drin, wie wir es langenicht gekannt — und Alle wussten und fühlten, warum. Dabeihätten Sie die empfindsamen Blicke sehen sollen, die sich dieEingeweihten, die Freunde in weite Fernen hin, über den Saal,,zuwarfen. —

Ich schreibe Ihnen vom Bruder, weil ich weiss, dass Siedas doch am liebsten hören, aber von mir diesesmal nichts alsnur Dank, und zwar von allen Arten. Die Decke, die Fuss-decke, die weiche, warme, blühende Fussdecke habe ich gleichmit Stolz ausgebreitet, und wenn ich ein so liebes Geschenkauch mit Füssen trete, so liegt das nur daran, dass ichnicht die Courage gehabt habe, mir eine Weste darausmachen zu lassen. Und es passt wieder wie eine Schickung;ich hatte mir gerade meine Gemächer tapezieren und anstreichenlassen, nur den Teppich hatte ich nicht renovirt ■—■ aus Geiz —,nun frischt die Decke seinen abgelebtesten Fleck auf. Unddann haben Sie mir so schön geschrieben! und zweimal! Ihrerster Brief verdient ein besonderes Dank- und Denkmal; wäreman nur kein Faulthier und schriebe man gleich, wenn esEinem warm und bewegt um's Herz ist, so hätte man dasRechte gethan und die Andern hätten einen guten Brief. Er— Ihr Brief, Ihr unbeantworteter Brief fiel in die rechte Zeit,ich brauchte ihn gerade und er tliat mir sehr wohl und zogmich in Ihre wohlthuende Nähe, wie ich mich gerade rechtallein fühlte. Der Himmel vergelt's! —■ Und nun wie ohneAnfang, so auch ohne Schluss —

Ihr getreuer Klingemann."

Felix an Rebecka.

London, ISten Mai 1844.

„Von Klingemann's Kamin aus soll dieser Brief nachNeapel wandern und Dich aufsuchen und Dir meinen Grussbringen. Es brennt tüchtiges Kohlenfeuer in dem Kamin,denn es ist bitterkalt und wir frieren sehr, darüber wirst DuDich weniger beklagen, wenn Du den Brief erhältst. Mögenwir uns bald in demselben Sonnenschein, oder wenn es nicht