Palermo.
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gebracht. Ihr könnt mich also bei Gropius*) besuchen, unddazu im Goethe lesen. Jetzt ist's Abend, wir kommen ebenvon dem öffentlichen Garten, der Marine und den Sorbettizurück. Es ist zu schön, es wird einem ganz morgenländischund zugleich Homerisch zu Muth. Die Vegetation ist schonhalb afrikanisch, wie auch die Menschen, aus allen Dächer-ritzen kommen indianische Feigen heraus, Catalpas so grosswie bei uns die Buchen, ganz besonders habe ich einen ganzgemeinen Baum in Affection genommen, der auf allen Plätzensteht und ungeheure dunkelrotlie Blüthen trägt. Dabei istdas Frühjahr so galant gegen uns, drei Wochen zurück zusein gegen sonstige Jahre, alles steht in der blühendstenfrischesten Frische. Die Orangen- und Citronenbäume sindsclineeweiss und duften im Verein mit Akazien und Posen sowundervoll, dass ich's vor Kopfschmerzen gar nicht aushaltenkonnte gestern Abend. Ich liab's aber doch ausgehalten.Und nun die Formen und Farben der Berge, und das Meer.Wenn Du einmal wieder in's gelobte Land reisest, dann geheja hierher, dann brauchst Du Dich nicht mehr nach Syrienzu sehnen, hier ist die schönste Ouvertüre zum Orient. Heutfrüh waren wir in der von Elsasser gemalten Pogerskapelle,und in Santa Rosalia. Siehe Hensel's Skizzenbücher. Aberich rnuss mir nachsagen, ich habe in Rom gut sehen gelernt,mir entgeht kein altes Fenster, kein beschmutztes Säulenportal.Du schriebst, Du hättest sechs Wochen vor Eurer Abreisetäglich esslöffelweise geweint, ich habe mich ganz anders ein-gerichtet, ich habe bei Albano angefangen zu weinen undfange erst jetzt an aufzuhören. Aber der sinnverwirrendeLärm in Neapel thut auch vieles dazu; hier ist es stille,ernster, ach! es ist göttlich hier. Heut Nachmittag schliefich ein bischen ein, und als ich aufwachte, ging es mir wiePaul in Brüssel, ich konnte mich durchaus nicht besinnen, mitwelchem Land ich die Ehre hatte zu sprechen. Zu aller derGeographie, die man selbst durchfährt, kommen noch Fremde
*) In der seiner Zeit viel besuchten Panoramenausstellung vonGropius.
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