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Reise- und Heimathbriefe.
Orchester und Orgel waren in wundervollem Einklang, undnamentlich thut die Orgel eine so wunderbare Wirkung, dassich nie wieder ein Oratorium ohne sie hören möchte. Nachherversammelte man sich bei uns zu einem Ungeheuern Fisch,einem dito Puter und einer sehr gelungenen Bowle, Felix warvergnügt, Bimsen selig, Alles zufrieden, wenn nur nicht dieNachricht von Thorwaldsen's Tode uns im Kopf gesteckt undnamentlich HenSel so verstimmt hätte, dass ihm kein Toastgelingen wollte.
Die interessanteste Nachricht aus dem Hause ist, dassCaro seine Sporen verdient hat. Er und unser Wächter Winterhaben ein Individuum arretirt und auf die Wache gebracht,das sein Nachtquartier im kleinen Keller am Garten auf-geschlagen hatte und wahrscheinlich zu einer GesellschaftGentlemen gehörte, die in derselben Nacht in No. 1 bedeutendgestohlen hatte. Felix hat sich todtlachen wollen, dass ichWinter einen Tlialer und Caro einen Hammelbraten dekretirthabe: und ich bin ganz vergnügt, dass wir doch unser vielesGeld nicht vergebens bezahlen, sondern einem wahrhaftenDiebe durch unsere Vorsichtsmassregeln entgangen sind. Aufdem Rasenplatz des Hofes, der Dein Werk ist, wurden heutfür Felixens Kinder vier Obstbäumchen gepflanzt, die meinWerk sind, im Garten wird auf Mord gearbeitet, es sieht rei-zend aus. — — Ein Paar unserer ältesten Bekannten verlassenauch in diesem Monat Berlin, Devrient's. Er hat eine Stelleals Oberregisseur in Dresden, von der er sich goldene Bergeverspricht. Es ist wirklich wahr, in Mitten eines ungeheurenBekanntenkreises, der sich täglich vermehrt, um Leute, dieeinen nichts angehen, wird man an Freunden immer verwaister,darüber klagt Hensel, klagt Felix und klage ich."
Rebecka an Fanny.
Rom, den 13ten April 1844.
„Die ganze Woche habe ich mich gefreut, dass der 11 teauf den Donnerstag, Posttag, fiel und wer nicht kam, war einBrief von zu Hause und das war ein grosser Druckfehler an