Musikalisches aus Berlin.
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Ich frene mich schon auf die Relation davon, weniger auf denTag, denn da ist Felix schon fort, und das fängt mir schonjetzt an, ganz abscheulich vorzukommen. An's Gute undBeste gewöhnt man sich so leicht, und wenn ich auch vonmir nicht sagen kann, dass ich's dann so hinnähme, als miisstees so sein, so weiss ich doch nicht recht, wie es anders seinsoll? Ende August kommen sie erst wieder, Ihr dann hoffent-lich auch, und so will ich mich den ganzen Sommer auf dieZeit freuen, die gut sein wird. Es ist so unruhig und zer-streut hier, dass ich nicht recht zum Schreiben kommen kann.Wir haben Abends nach dem Kirchenkonzert einige Leutezum warmen Essen hier; da wir nun bei Paul's essen undDir Heinrich's Geschicklichkeit im Anordnen gewiss noch imbesten Andenken ist, so wirst Du Dich nicht wundern, wennich Vormittags den Abendtisch decken lasse, dazwischen inden Garten laufe, die schöne Luft zu gemessen, Besuche undGeschäfte, die dem morgenden Ersten vorspuken, ungerechnet.
Nun ist Montag der erste April; Israel, Souper und
Alles ist vorüber, jedes war in seiner Art vortrefflich; ichwill Dir aber von der ganzen musikalischen Woche erzählen,die Proben zu dem Oratorium und der Chor - Symphoniekreuzten sich so, dass Felix rasend zu tliun hatte undeinen Tag erst um sieben Mittag essen konnte. Die Sym-phonie am Donnerstag war ganz herrlich und ward mit dergrössten Begeisterung ausgeführt, wenn ich nachher auf demKorridor Einem vom Chor begegnete, der war in einer ArtExaltation, nie ist mir das gewaltige Werk so klar und liebgeworden; man muss aber auch sehn, wie Felix es dirigirtund wie er es dem Orchester begreiflich gemacht hat; es gingwundervoll, und ich erinnere mich keines glücklicheren mu-sikalischen Abends. Die beiden letzten Proben von Israel da-gegen liessen so viel zu wünschen übrig, dass ich mit einigemZagen in die Kirche ging, die bis in den letzten Winkelgefüllt war. Für uns und den andern hohen Adel warenPlätze am Altar aufbewahrt worden. Es begann auch gleichmit einem dicken Fehler in den Bässen, beim ersten Recitativ,dann aber ging es schön, die drei gewaltigen Massen, Chor,