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2 (1880) 1835 - 1847
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Reise- und Heimathbriefe.

Deutsche fühlen müssen. Mit den anderen Nationen ist dasanders, die reisen aus diesem oder jenem Grunde hin, aber wirziehen hin, weil es uns hinzieht. Das war schön gesagt, da-für werde ich mir den Schwanenorden verleihen. Heut näm-lich bei'm Ordensfest tritt dieser Unsinn für das 19te Jahr-hundert ins Lehen. Habt Ihr die vorläufige Verordnung ge-lesen? Die ist ein Meisterstück! Ich habe es nicht für mög-lich gehalten, soviel Inkonsequenzen, Widersprüche, Unsinnund Gefühlsschwohqjei auf den engen Raum von drei Seitenzusammenzupressen. Wäre ich Censor, ich hätte dies Acten-stück gestrichen. Es war aber echt! — Froriep wird heutemit dem Hundehalsband dekorirt, und ich werde gleich hin-gehen, der Frau londoliren, da es heute, was man so nennt,gutes Wetter ist, d. h. unten wird man, wo die Sonne scheint,im Schneewasser baden, und im Schatten hei jedem Schrittpurzeln, aber never mincl, die Fenster sind abgetliaut, und esscheint etwas. Beckchen! Wetter haben wir gehabt! Ersteinen tüchtigen Ruck Kälte, dann Stürme, Güsse, Flocken,Glatteis, alles, was sich die Natur nur Unangenehmes aus-denken kann. Heute war eine grosse Viehtragödie im Garten.(Für Walter.) Die Krähen erhoben plötzlich ein so entsetz-liches Geschrei, so lange anhaltend und kläglich, dass derGärtner sich bewogen fühlte, nachzusehen, was ihnen geschehensei ? da lag Eine todt, und die Andern sangen ihr das Klagelied.

Könnte nicht dem armen Elsasser eine Reise hierherhelfen? Dann könnte er ja dieselbe Pflege im Clinicum haben,wie Kaselowsky. Wir wollten uns gewiss alle Mühe für ihngeben, auch büi ich überzeugt, dass mein Mann ihm eine Un-terstützung würde verschaffen können; das ist des Königs besteSeite, dass er willig Geld giebt, wenn es Einer braucht. Undda ich ihn kritisirt, will ich Dir auch erzählen, wie hübscher sich Felix gegenüber benommen. Ein junger Musiker vonTalent, seit sieben Jahren Hauslehrer in Mecklenburg, der nieeine Note von seiner Compositum gehört hatte, wandte sichauf eine sehr hübsche und bescheidene Weise an Felix, umvon ihm zu erfahren, ob er wohl Talent habe. Felix schriebihm sehr anerkennend über seine Sachen, worauf denn ein