Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
281
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Fanny über die Pabst-Audienz.

Fanny an Rebecka.

(Mit einer Vignette Wilhelm Hensels, die Audienz vonDirichlet und Jakoby bei dem Papst darstellend, ersterer denPantoffel, letzterer die Hand küssend, und einer aufgeklebtenZeitungsnotiz aus der Spenerschen, diese Audienz betreifend,welche schliesst: „die beiden Gelehrten, mit denen der Papstin seiner leutseligen Weise sich ausführlich über den damaligenStand der mathematischen Wissenschaften in Deutschland unter-hielt, waren nicht wenig erstaunt, in dem Oberhaupte derkatholischen Kirche einem ebenso allseitig, als gründlich ge-bildeten Manne zu begegnen." — Hensel hat unter die Vignettegeschrieben:

Indess ich einen Pantoffel kiisse

Hat mein Rümersch wager Doppel genösse;

Wie schmiegt sich der riesige Cliristoffel

Unter den Frauen- und Papstpantoffel.

So wird er zur Jakobileiter,

Der drauf zur Kirche steigt und weiter,

Wo thront das theologische X;

Das zeigt das Bild, und weiter nix.)

„Weiter sage ich garnichts! Die Sensation obiger Mit-theilung der Spener'sclien in mathematischen und befreundetenKreisen war ungeheuer und die Hlarite generale. Selbst wirim Plause waren überrascht, denn die andeutende Notiz inDeinem geehrten Letzten hatten wir wenig beachtet, so un-wahrscheinlich schien die Begebenheit. Ihr erlebt doch schöneDinge, das muss wahr sein, und den grössten Spass macht esuns, Alles so deutlich vor Augen zu sehen, da wir zum Glücksämmtliche Hauptpersonen und Schauplätze kennen. — —Eine preussisclie Akademie in Rom? Ja das wäre wohl einschönes Ding, und den Inhalt Deines letzten (inzwischen an-gekommenen) Briefes haben wir, den Tag ehe er ankam, weit-läufig durchgesprochen, und ich fand, dass Hensel ein vor-trefflicher Gesandter in Rom sein würde. Das ist uns Deut-schen doch von den alten Kaiserzeiten her übrig geblieben,diese ewige Doppellieit, das Begehren nach Italien, und wennwir ganz dort leben sollten, würden wir uns doch wieder als