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2 (1880) 1835 - 1847
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Reise- lind Heimathbriefe.

Rossi begleitete und dann auf den Wunsch des Königs plian-tasirte, was ihm freilich sonst schon hesser gelungen ist. DieRossi singt noch mit aller Anmuth und Vollkommenheit, dieJettchen Sonntag jemals besessen hat, wirklich entzückend,und es war nur zu bewundern, wie sich die kleine 0. dochohne eigentlichen Fiasco neben ihr hielt, wozu gewiss ihrhübsches Gesicht nicht wenig beigetragen hat. Sodann spielteneulich Servais in einer Gesellschaft bei Felix. Deiner wahr-scheinlichen Unwissenheit zu Hülfe zu kommen, will ich Dichbelehren, dass Servais ein Belgier, der erste jetzige Violon-cellist und ohne Zweifel der erste Faxenmacher und Gesichter-schneider seiner Zeit ist. Wir hatten vorher sehr viel vondieser seiner Eigenschaft gehört, und da war es denn komisch,wie Felix, der ihn begleitete, nur die nöthigsten Blicke aufdie Noten warf, und dann ihn wieder mit einer gewissenlustigen Neugier ansah, um seine Grimassen recht zu studiren.Diese stellen nämlich den modernen, inneren Drang vor, dergar nicht weiss, wie er sich Luft machen soll, und sich nunbei diesem Belgier mit seinem ehrlichen flämischen Gesichtdoppelt komisch und tölpelhaft ausnimmt. Ich werde, wassolche Musik betrifft, alle Tage philiströser und unbarm-herziger, und so tausend Teufeleien der Servais auch macht,stehe ich nicht vom Stuhl auf, ihn noch einmal zu hören.Anders ist es mit Moriani, auf den ich mich sehr freue;eine schöne Stimme hat bei mir schon halb gewonnen,und unsern römischen Bekannten Sciabatta, der mit ihmreist, zu sehen freut mich auch. Felix' Psalm am Neu-jahrstage, von dem ich Dir ja wohl neulich schrieb, ist sehrschön ausgefallen und aufgeführt worden, leider aber durcheine Predigt von Strauss wieder ausgewischt, die über alleBegriffe elend war. Dieser Art Musik kann man nichthoffen, jemals froh zu werden, weil man wohl einen Dom-chor , aber wie es scheint keinen vernünftigen Dompfaffenherbeischaffen kann. Felix miisste auch noch die Predigthalten, und das kann man doch eigentlich nicht von ihm ver-langen. — —"