Henriette Sonntag-Rossi,
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Fanny an ßebecka.
Berlin, den 9ten Januar 1844.
„Du schreibst mir am offenen Fenster, ich antworte Dirhinter gefrorenen Scheiben, das ist der Lauf der Gestirne.Hensel und ich wir seufzen immer wie die Kachelöfen, wennAvil - Deine Briefe lesen, und freuen uns doch so sehr darüber,diesmal über Deinen prächtigen Weilmachtsbrief mit der aller-liebsten Vignette. Ich glaube, Avir müssen Italien noch ein-mal in unserm Leben durchführen, AA 'ie ein gutes Ensemble-stück ; erst haben wir unsere Stimme gesungen, nun singt Ihrdie Eure, und zuletzt, hoffe ich, Averden Avir das Thema nocheinmal zusammennehmen; dies musikalische Gleichniss ziemtmir, denn wenn Euch Blumen, blauer Himmel und milde Lüfteblühen, so sclrweben Avir ni einer krausen Atmosphäre derbuntesten und mannigfaltigsten Musik, von der niedrigsten zurhöchsten, von der modern-frivolsten bis zur dom-frommsten,es ist uns Alles beschieden. Das Meiste davon steht mir ZAvarnoch bevor, ich brauche Dir aber nur die Anwesenden zunennen: Scliröder-Devrient, Servais, Moriani, Sciabatta, RichardWagner mit seinem fliegenden Holländer, so kannst Du Dirdenken, AA r ie A 'iel Abende und Geld das wieder kostet. VorigeWoche haben wir Jettclien Sonntag gehört, die noch ganzbezaubernd singt, viel schöner war aber noch', Felix erzählenzu hören, Avie das zuging und was Alles in der Probe vor-ging. Frau Gräfin Eossi nämlich, müde des Berliner Ent-zückens über Mme. O.'s französische Komanzen, bescliloss, sichendlich aus ihrer Zurückgezogenheit hervorzuziehn und denHof zu beglücken, und wünschte zu dem Ende, von der Kö-nigin eingeladen zu Averden. Da dies aber nicht anging, Eti-quetten-Angelegenlieiten Avegen, so liefen Herr A r . MassoAV undGraf Redern in die Wette, Aver zuerst eine musikalische Soireezu Stande bringen würde; Herr A r . MassoAV siegte, die Ma-jestäten und Avir sagten ihm zu, und vorigen Donnerstag liefdiese höchst amüsante Fete vom Stapel, in der abAvecliselnddie Rossi und die 0., dann beide ein Duett sangen, Felix der