Weihnachten in Rom.
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mit Streusand, Zuckerwerk und allen möglichen Narrens-possen, alles glänzend erleuchtet, denke Dir unsern Hof-staat, wie Du ihn zu nennen beliebst, bestehend aus Jakoby,Steiner, Borcliardt, Hoser, Kaselowsky, Geyer*) und JuliusElsasser,*) da hast Du unsere WeihnachtsVersammlung. DerBaum war wirklich ein Meisterstück. Nachher Schellfischsalat,Butterbrod mit Fleisch, Kuchen und Punsch; wie haben Heu-sers Verse uns gefehlt! Indessen habt Ihr üi Prosa sehr hochgelebt; ich habe eine Rede voller Empfindung g espeakt, undum die Art von Rührung zu vertreiben, die Jeder beim An-denken an die Seinigen empfinden musste, habe ich daraufeinen Toast auf die zukünftigen Frauen der anwesenden Jung-gesellen gesetzt, wodurch die allegria bald hergestellt wurde.Vorgestern bekam ich noeh nachträglich eine wunderschöneSepiazeichnung von August Elsasser, den ich übrigens nochgarnicht gesehen habe, der Aermste muss noch immer dasZimmer hüten und wir dürfen ihn auch nicht eher besuchen,bis sein Bild fertig ist, das er mit seinem Herzblut zu malenscheint.
Es ist nach allen Berichten wenig Hoffnung für ihn, Gottgebe ehi Wunder; seit Kaselowsky's Heilung ist Alles mög-lich. — <lesehen haben wir hi letzter Zeit wenig, nur (pau-%res liommes) die Villa Ludovisi; leider hatte uns der bis in'sKleinste kleinliche Piombino nur für sechs Personen Permessogegeben; acht haben wir aber doch mitgenommen. Hit denVillen geht mir's, wie mit den Walter Scott'schen Romanen,die letzte ist immer die schönste; jede hat einen so besonderenTypus und zeigt Rom jedesmal von einer so ganz neuen Seite,man kann gar nicht genug erstaunen und bewundern. —■ Di-riclilet hat mich eben wieder spazieren getrieben, es war wiedergöttlich, keine Wolke am Himmel und ich hatte mir schonam offenen Fenster die Sonne auf den Rücken scheinen lassenund dann habe ich mich herumgedreht und mir an dem eisernen
*) Zwei Maler. Elsasser, der jüngere Bruder des bekanntenLandschafters.