Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Florenz.

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heuren Madonna von Cimabue; das liat mich hier sehrinteressirt zu sehen, wie die Kunst anfängt, aber nun habeich an einer genug.

Das nächste Mal schreibe ich an Albertine einen Briefmit lauter Missgeburten, besonders ein Männchen in Paviawerde ich nie vergessen, das war nicht grösser wie Ernst,hatte einen ungeheuren Kopf mit einem sehr vergnügtenCretingesiclit und lief mit einer ganz kleinen Violine nebendem Wagen her und kratzte gottesjämmerlich. Und danneinen in Mailand, der ohne Beine auf einem Leder herumhüpfte,wie ein Frosch. Neulich Sonntag auf dem Wege nach PoggioCajano hatten wir noch ein herzerhebendes Schauspiel; dasassen vor allen Häusern Frauen und Mädchen, den ganzenWeg entlang zu beiden Seiten und Hessen sich kämmen, aberso recht con amore , für die ganze vergangene und zukünftigeWoche mit. Freilich im letzten Ort, wo die Toilette beendetwar, sahen sie gut genug aus und dort waren Trauben undVino Santo, die schmecken mir noch heut.

Rebecka an Fanny.

Castiglione, ein Juxnest im Apennin.

Den Tag nach meinem letzten Brief muifelte sich dasWetter etwas heraus, da machten wir uns gleich nach demFrühstück auf, in einige Kirchen, S. Lorenzo mit der Kapelleder Medicis von Buonaroti, wo ich mich schrecklich ärgernmusste über die Tanzmusik, mit der sie den lieben Gott rega-lirten, S. Marco, Baptisterio und zuletzt den Dom, um denwir lange Zeit ringsherum gingen und die Kuppel und denGlockenthurm in der reinen blauen Luft gar nicht genug sehenkonnten, flanirten unter den Arkaden der Uffizien, am Lungarnoherum, blieben auf allen Brücken stehen, bis Mittagszeit her-angekommen war und gingen Nachmittag noch nach Boboli,p. p. c. Wir sind entsetzlich kunstverständig und müssenauch alles zur Kunstgeschichte Wichtige kennen lernen; Jederhat seinen Maler, den er wiedererkennt; Dirichlet hat sichPerugino angeschafft und ich glaube bloss des Namens wegen