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2 (1880) 1835 - 1847
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Heise- und Heimathbriefe.

haben wir den Vetturin aus Perugia genommen, Jakoby reistauf Verkündigungen, womit er sehr geneckt wird, und ichlaufe dem alten Fiesole nach; Borchardt findet Alles [schön,ausser Cimabue, vor dem kriegen wir Alle noch einen Schreck;wahrscheinlich werden wir nächstens auch für die ungeheurengrossen Zehen der Dreieinigkeit schwärmen; hier ist das Landder Wunder und Bekehrungen, wir haben auf der Akademieschon angefangen, einzulenken. Mittwoch um halb fünf wollteich eben aufstehen, da kam zu guter Letzt ein kleines Erd-beben, auch das erste, was ich erlebt; unser Bett bebte, dasLicht ging beinahe aus, es ist eine ganz kuriose Empfindung.Trotz dem bösen Omen fuhren wir ab, bei Santa Croce undden schönen Hügeln von Florenz im glühendsten Morgenrothvorbei und verliessen es Alle ungern. Es ist unglaublich, wieman sich an Häuser und Bäume und Bilder und Umgebungenüberhaupt gewöhnt; von Menschen haben wir doch Niemanddort zurückgelassen, die Mathematik kommt in einigen Tagennach. Und mit was man alles Freundschaft scliliesst! DieKeller sehe Reisekarte nach der Schweiz einzupacken, war mirganz schmerzlich und nun wieder der ausgediente guido, einAbschied!

Nach dieser Reflexion fahre ich fort, nämlich nach Incisa,im schönsten Wetter. Da futterten wir, ich wollte schon an-fangen, Dir zu schreiben, aberdie Lage von des olle Loch"ist so schön, dass wir lieber spazieren gingen, bis das pranzofertig war. Pauls bitte ich einmal für alle Mal um Entschul-digung wegen aller italiänischen Wörter und Redensarten, siesind nicht affektirt; Ihr wisst ja selbst, wie leicht man sichSprache und Ausdrücke der Umgebungen der letzten acht Tageangewöhnt; und Italiänisch ist so schrecklich bequem, und da-bei manchmal so skurril und so jüdisch. Poverino ist dochentschieden nebbicli. A propos von Juden, in Incisa haben wirin derselben Stube uns die Hände gewaschen, wo Pius VII.auf der Durchreise nach Frankreich sich die Fiisse küssenliess. Die ganze Tagereise war sehr schön, immer im Gebirge,sernpre salita und auf der Höhe viele deutsche Eichen. Wirübernachteten in einem einsamen Hause oben im Gebirge, da