Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
187
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Antigone.

Menschen. Sehr richtig sagt Fanny Hensel*),dass die Musikviel heigetragen, uns das Verständniss des Ganzen näher zuführen, ist wohl gar keine Frage, hätte sich Felix auch strengantik halten wollen, wir und das Stück wir wären nicht zu-sammen gekommen.

Ende Oktober kam Antigone zuerst im neuen Palais inPotsdam auf dem Königlichen Privattheater vor einer einge-ladenen Zuhörerschaft zur Aufführung. Die Bühne wurde ganznach Art der alten griechischen eingerichtet. Das Wetter warherrlich, wir fuhren Alle mit der Eisenbahn hinüber, auf demDach des Bahnhofes war Mittagbrod für uns bestellt, währendwir assen, kam mit einem späteren Zug das ganze kluge undgebildete Berlin an, welches Zeuge der ersten Vorstellungsein sollte. Der Anblick des kleinen Hauses und des Theaterswar überraschend schön. Ich kann nicht sagen, wieviel schönerund nobler ich diese Einrichtung finde, als unsere löschpapierneKoulissenwirtlischaft mit der abgeschmackten Lampenreihe unten.Wann ist wohl je Beleuchtung von unten gekommen? Schondas Fallen des Vorhangs beim Anfang, so dass man dieKöpfe der Spieler zuerst sieht, ist weitaus vernünftiger, alsunsere Mode, wo wir mit deren Beinen zuerst Bekanntschaftmachen. Die Crelinger mit ihrer wunderbar schönen Art zusprechen, war eine ausgezeichnete Antigone und brachte denedeln Geist und die hohe Würde dieser idealsten Frauengestaltvortrefflich zur Erscheinung. Es war wohl das Interessanteste,was in langer Zeit' auf der Bühne vorgegangen war, und dergewaltige Ernst, die tiefe Bedeutung dessen, was man sali undhörte, verfehlte seinen Eindruck auch auf Diejenigen nicht,denen das wahre Verständniss nicht aufgegangen war. DasUnternehmen machte grosses Aufsehen, und die Antigone wurdebald auf allen grösseren Bühnen aufgeführt; nebenbei erregtesie auch eine Menge Streitfragen antiquarischen Inhalts, diein den Zeitungen mit deutsch-breiter Gründlichkeit und Lang-weiligkeit durchgefochten wurden."

In Berlin wurde die Antigone im April 1842 zuerst im

*) Tagebuch.