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Berlin bis Neapel.
in dem bereits ein ältlicher Herr zu Tisch sass. Er redeteuns sehr höflich und freundlich an, und wir merkten bald imVerlauf des Gesprächs, dass wir einen sehr unterrichteten,jedenfalls ausgezeichneten Mann vor uns hätten. Als wir dasEssen beendet hatten und im Begriff waren, auseinander zugehen, frug er, woher wir wären, und als er hörte aus Berlin,erkundigte er sich nach Humboldt, dessen Bekanntschaft wiruns nun allerdings rühmen konnten, und da ihn Wilhelm frug,oh er Humboldt vielleicht einen Gruss bestellen dürfte undvon wem? sagte er: Jo sono wn uomo infelicemente conoscinto— ü conte Gonfalonieri. Bei diesem Namen wurde ich dennnicht wenig bewegt. *) Als er unseren Namen hörte, fandsich's, dass er durch Arconati'e genau mit uns und unsererganzen Familie bekannt sei, sie hatten ihm die Gastfreund-schaft der Berliner und die unsere insbesondere tausendmalgerühmt. Nun war die Bekanntschaft augenblicklich geschlossen,Wilhelm liess sich sein Zeichenbuch heraufholen und er nahmdas grösste Interesse daran und war gern bereit, zu sitzen,und Wilhelm zeichnete sein sehr ähnliches Portrait. Auchvon Gans sprachen wir viel, nach Bartlioldy frug er, als nacheinem ausgezeichneten Mann, den er vor zwanzig Jahren inItalien gekannt und von dem er nach seiner Rückkehr nochnichts wieder gehört. Kurz, es gab der Berührungen so viele,dass uns der Abend, einer der interessantesten der ganzenReise, nur allzurasch verging und wir uns von dem ausser-ordentlichen Manne wie von einem alten Freunde trennten.Was er uns von seinen Schicksalen erzählte und die Art, wieer darüber sprach, war unbeschreiblich rührend. FünfzehnJahr hatte er auf dem Spielberg zugebracht, ohne in dieserganzen Zeit irgend eine Nachricht von der Welt oder denSeinigen zu erhalten, ausser nach zehn Jahren die von demTode seiner Frau, die ihm von Seiten der Regierung ganzkurz und trocken mitgetheilt ward. Die unglückliche Frauhatte vielfach erneuerte Anfragen gethan, um zu ihm zu
*) Er war ein Leidensgefährte Silvio Pellico's und aus dessenBuch Le mie prigioni im Munde aller Menschen.