Besuch hei Hiller.
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man Alles in verschiedenen Stylen sieht, und was einem Alles,Eins um das Andere, gefällt. Aber heut hatte ich so rechtdie innige Ueberzeugung, dies ist der wahre Kirclienstyl, diesist die schönste Kirche Italiens und die hat ein Deutschergebaut. Es ist doch ein herrlich Ding um den Menschengeist,und Gott hat nichts Schöneres geschaffen."
Brief und Tagebuch.
A i r o 1 o, den 24sten Aug. 1840.
„Wenn ich mich nicht eile, so kann ich meinen Briefnicht auf der Südseite der Alpen mehr anfangen, denn ineinigen Stunden sind wir hinüber und bleiben Nachts in Ursern,wo wir 1822 Alle zusammen einmal übernachteten. Den20sten Nachmittags fuhren wir von Mailand weg nach Como,dachten Hiller gleich aufzusuchen, erfuhren aber, dass er weitvon der Stadt am See wohne und hinaus zu schicken war eszu spät. Den 31sten also Morgens setzten wir uns zu Schiffund fuhren bei Hiller vor; der, sehr vergnügt, kam mit inunsere Barke und machte eine Spazierfahrt mit uns, auf derwir die, durch die Königin von England bewohnte und berüch-tigte Villa d'Este besahen, dann nahm er uns für den Kestdes Tages in Beschlag und fuhr uns Nachmittags (ebenfallszu Wasser) nach der Villa Pliniana, wo er uns neben der vonPlinius beschriebenen Quelle in einer offenen Halle am Seeein sehr nettes, lustiges Souper gab, bei dem Wilhelm ihnzeichnete. Der Brief des Plinius, worin er diese dreistündig-wachsende und wieder abnehmende Quelle beschreibt, ist dortin lateinischer und italiänisclier Sprache an die Wandgeschrieben und besonders die klassische Stelle sehr schön, inder er empfiehlt, sich neben dem Wasser zu Tisch zu setzen,zu essen und zu trinken, ein Rath, den wir nach achtzehn-hundert Jahren pünktlich befolgten. — Den Tag darauf, inBellinzona, erlebten wir eine jener interessanten Reisebegeg-nungen, die das Reisen so angenehm machen und sich unaus-löschlich in's Gedäclitniss prägen: Wir kamen gegen Abenddort an und man trug uns das Essen in einem Zimmer auf,