162
Neapel bis Berlin.
zu Deinem Bap, das sind ein Paar Leute, die Dich lieb liaben!"— „P. S. „„Sie kann nicht enden!"" sondern schreibt nocheinen Gruss und wieder einen Gruss. Warum soll dies StückPapier weiss nach Palermo fahren? Ich lese seit gesternvoyage en Italie von Jules Janin. In Florenz ist er schonfertig mit seinem Enthusiasmus und kehrt um. Es sindhübsche Sachen darin, aber auch solche grosses bctises, dass ichmich zum ersten Mal in meinem Leben nicht habe enthaltenkönnen, eine Bemerkung mit Blei an den Rand eines fremdenBuches zu schreiben. Dieser Ruhm wäre also auch dahin, sowie ich den, in keiner Kirche auf einen Stuhl gestiegen zusein, ai greci in Rom eingebiisst habe. Addio, carissimo mio /" —-
Tagebuch:
„Jetzt denke ich oft, wie bald mir nun all das Herrlicheaus den Augen gerückt sein wird und wie manches Jahr ver-gelm muss, ehe ich es wieder sehe. Gewisse südliche Pflanzen-kombinationen haben sich besonders in das Gedächtniss meinesHerzens geschlichen. Aloe auf dem Grase, Villa Mills. Wein-stock in den Oelbäumen, wunderschön, heiter, fruchtbar, daswahre Bild des producirenden Südens. Pinie und Cypresse,ernst historisch, nicht fruchtbar, nicht nützlich, aber schön,Gedanken anregend, tief, römisch. Ich kann nicht ohneRührung an die herrlichen Piniengruppen mit Cypressen unter-mischt denken, wie ich sie in der Villa Ludovisi, nie in derNähe, aber wie oft! und wie gern! von der Villa Medicisherab gesehen! Die Palme steht gewöhnlich allem, und kannes auch. Jede einzelne Palme bildet eine Gruppe, welchekeiner Ergänzung bedarf, sie kaum vertragen würde. Es istdas Einsame, Geheimnissvolle, Wunderbare des Orients darin.0 du schönes Italien! Wie reich bin ich innerlich durch dichgeworden! Welch einen unvergleichlichen Schatz trag' ichim Herzen zu Haus! Wird auch mein Gedächtniss recht treusein? Werde ich so lebhaft behalten, wie ich empfunden?" —
Brief nach Hause.
Neapel, 22sten Juli 1840.
„Gestern Nachmittag um zwei ist mein lieber Mann