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2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Neapel.

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Boden und trägt Alles Frticlite, dreissigfältig und vierzigfältig.Ich bedauere immer mehr, dass wir den Saal nicht gleich alsWohnzimmer gehabt haben. Du glaubst nicht, welcher Genussdas ist und welches unerhörte Schlaraffenleben ich hier führe.Es ist gut, dass wir nachher nur noch fünf Tage Zeit haben;denn jetzt hält mich die Sehnsucht nach Dir in Erdenschranken;wenn wir aberGottes zwei lieblichste Gedanken", dies Heiden-oder Götterleben, eine Zeit lang zusammenführten, würde ichsicher übermiithig. Nie lieiss! Selbst solange die Sonne hierstellt, mache ich nur den halben Fensterladen zu, denn einlieblicher Seewind kühlt mehr, als der Sonnenstrahl erhitzte,und den ganzen Nachmittag sitze ich draussen und verderbemir den Magen mit schlechten Büchern. Gounod ist ange-kommen und will Dir herzlich empfohlen sein, sowie Bousquetund Normand. Sie besuchen mich alle fleissig, wie auch Mme.D., deren Gesellschaft mir, faute de mieux, ganz angenehm ist,da mir, besonders in Deiner Abwesenheit, daran liegt, dochwenigstens eine Lady zu allen meinen jungen Gentlemen zuhaben, und trotz aller ihrer Koketterie mag sie wohl etwasAehnliches empfinden, da sie meine Gesellschaft entschiedenwünscht und sucht. Und sie besucht mich, während ich dieandern Damen, die ich allenfalls hier kenne, besuchen müsste,was viel weniger bequem ist. Heut Abend wird eine grosseWasserfahrt gemacht, mit der D., Bousquet und Gounod.Neulich Abend hat schon eine stattgefunden, wobei ich Sebastianals Pagen und Jette als dame d'honneur mithatte, bis zumPalast der Johanna, der Abends weit schöner ist, als am Tageund wirklich besonders geheimnissvoll aussieht. Wie wurdeDeiner gedacht!

Und zu all dem Schönen kann ich Dich dann nicht rufen!Innerlich aber theile ich Alles und Jedes mit Dir und, glaubenur, geniesse Nichts recht ohne Dich. Ich hoffe, Du miss-billigst diese Wasserfahrten nicht, ich kann es wirklich nichtgut abschlagen, ohne mich einer Prüderie verdächtig zumachen, die den jüngern Leuten lächerlich vorkommen müsste. Adieu, liebster Mann, schlürfe Sicilien, und wenn Du Dichganz vollgesogen hast, komm wieder zu Deinem Pannus und

Die Familie Mendelssohn. II. 11