Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Ischia.

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Brief und Tagebuch:

Liebe Mutter, liebe Geschwister! In dieser Woche habenwir einige der hiesigen Haupt- und Staats-Aktionen abgemacht,Ischia und den Vesuv. Sonntag bestiegen' wir das Dampf bootnach Ischia; die Fahrt ist herrlich und dauert mit dem sehrlangsam gehenden Schiff über drei Stunden. Man passirt dieSpitze des Posilipp, Nisida, Puzzuoli, Bajä, Cap Hisen, miteinem alten Warttliurm auf der Spitze, links behält man Capriund die Küste von Sorrent, zieht dann der Länge nach anProcida vorüber, welches auf der ersten Spitze ein grossesGebäude, den Bischofsitz, trägt, die Stadt liegt zwischen Meerund Berg und hat ein eigenthiimliches, sehr südliches, fastmorgenländisches Ansehen. Die Frauen tragen ein dem neu-griechischen ähnliches Costiim; wir haben welche bei derMadonna del Arco geselin. Mit Procida zugleich darüber, da-hinter, daneben hervorsehend, naht Ischia. Mit jeder Minuteschieben sich die Küsten, Vorgebirge, Inseln und Orte andersund die interessantesten Ansichten wechseln und folgen sichso schnell, dass man kaum Zeit hat, sie in's Auge zu fassen,trotz des sehr langsamen Fahrens. Der Vesuv mit seinenzwei Köpfen spielt überall die Hauptrolle. Bei Ischia ange-kommen, muss man eine doppelte Quälerei bestehen; erst vonKähnen, die einen an's Land setzen wollen; die setzen aberwieder nicht ganz an's Land, sondern zehn Schritt tief in'sMeer stürzt, heulend und schreiend wie gewöhnlich, die halbeBevölkerung Iscliia's an Menschen, und die ganze an Eselnund bälgt sich um die Ehre, die Landung zu vollenden; sosteigt man aus der Barke zu Esel und reitet aus dem Meerund gleich weiter. Auf Ischia hat man den dicken Süden nochmehr als in Neapel; die Felsen sind mit einer wildwucherndenVegetation von indischen Feigen, die wie Bäume gross werden,Aloes, Granaten und Wein bedeckt; dazwischen immerfort derBlick auf das blaueste aller Meere, die weissen Häuser undWeingartenmauern, man fühlt wirklich, dass man weit vomKreuzberg ist.

Wir bekamen ein sehr gutes Frühstück und ruhten einwenig, denn es war sehr lieiss, und mir sank der Mutk bei