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2 (1880) 1835 - 1847
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Kunstsammlungen.

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wahrlieit, Malereien, z. B. Abbildungen von Häusern undGärten in fast französischem Geschmack ist eine ganzeKunstgeschichte nachzuweisen. Wilhelm war entzückt vondem Farbengefühl in Manchem. Durch einen Garten, in demzwischen deii Kosen und andern Gesträuchen Fragmente allerArt aus Pompeji aufgestellt sind, gelangt man in den grossenRaum, wo der ungeschlachte Lümmel, der farnesische Herkulesund die berühmte Gruppe des farnesisclien Stiers, aufgestelltweniger als untergebracht sind, denn so möchte ich von Allemin den Studien sagen: der Begriff einer würdigen, künst-lerischen Aufstellung, die an und für sich wieder ein Kunst-werk ist, wie im Vatican, oder in den Münchener Kunst-sammlungen, scheint mir überall hier zu fehlen. Dann besuchtenwir das Zimmer, wo die Kostbarkeiten aus Pompeji gesammeltsind, das ist eine recht weiberne Sammlung, und es warenauch mehr Frauen da, als überall anderswo zusammen. Kost-barer Goldschmuck in den geschmackvollsten Formen, unsereSchlangenarmbänder sind daher; Küchen- und Hausrath allerArt, Lebensmittel, wie man sie bei der Ausgrabung gefunden,Eier, Brod, Wein, Reis, Oel mit den Gefässen, in denen essich befand, die Börse, welche das Skelett in der Hand hielt,das man die Frau des Diomedes genannt und das auch reichenGoldschmuck trug; geschnittene Steine; die Becher und Ge-fässe, zum Tlieil in dem Styl, der nachher von BenvenutoCellini wieder aufgenommen; man könnte es für FlorentinerArbeit des löten Jahrhunderts halten. Wie ungeduldig binich, Pompeji selbst zu sehn. Dann gingen wir in die Ge-mäldegallerie; die bekannte heilige Familie von Raphael istwunderschön! Besonders die heilige Elisabeth, gewiss dieschönste alte Frau, die je gemalt worden, so lieblich, mildund doch alt. Das giebt kein Kupferstich und keine. Kopie,sowie kein Fremder leicht die letzte Feinheit einer Aussprachelernt. Abends las ich zu Haus französische Zeitungen, Ver-handlungen über den Transport von Napoleön's Asche. Alsich nachher wieder auf den Balkon trat und die Mondnachtsah und die Feuer auf den Schiffen und die Lichter ringsum

Die Familie Mendelssohn. II. 20