Erster Eindruck von Neapel.
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schlage und das Plätschern der Wellen an der Mauer unteruns. Hier leben wir nun seit drei Tagen wie die verzaubertenPrinzen ganz allein, haben auch noch keinen Brief abgegeben,ausser beim Banquier, wo Wilhelm gleich am Morgen nachunserer Ankunft zwei Briefe, von Dir, liebe Mutter, und vonMarianne und ihren Kindern, abholte, die uns, Gott sei Dank!nur Gutes brachten. Eben haben mich die Damen M enrico ffrebesucht und mir erzählt, das Hotel sei früher das der preussi-schen Gesandschaft gewesen und von der Gräfin L. aus Capriceverlassen und gegen ein viel weniger schön gelegenes ver-tauscht worden. Es gehört eine starke Dosis Wunderlichkeitdazu, eine Situation aufzugeben, die selbst in Neapel kaumihres Gleichen zu haben scheint.
Vormittags gehen wir aus und haben in diesen drei Tagenschon viel gesehen, Nachmittags haben wir Schatten hier aufdem Balkon, und da ziehe ich ihn jeder anderen Plaisirpartievor und habe noch immer hier geschrieben, während Wilhelmund Sebastian zeichneten. Abends ist Mondschein, der unsauch gerade recht steht, uns seinen goldenen Wiederscheinim Meer zu zeigen und da wird die Scene womöglich nochschöner, als am Tage. Denn ausser dem Mond mit seinerFeuersäule im Wasser und den Sternen sehen wir Licht aufder englischen Flotte, Licht beim Eremiten, auf dem Vesuv,Licht in den Ortschaften weit und breit, Fischerfalirzenge mitPechpfannen fahren hin und her, verschwinden hinter demCastell, kommen wieder und ihr rötlilicher Wiederschein machtden des Mondes zum silbernen erblassen. Endlich blinkenlichter im Castell und auf Pizzi Falcone und ein dichter Licht-kranz läuft an Sta. Lucia lim bis zu unserem Hause. —Diesen Morgen auf der Treppe des Museums erblickte ich,wen? liebe Mutter, Deine Freundin Pauline Garcia, jetzt Mme.Viardot. Ich erkannte sie anfi der Stelle und wir feierten einzärtliches Wiedersehen. Leider bleibt sie nur einige Tageund noch leiderer waren wir die letzten Tage in Horn zu-sammen, ohne es zu wissen. — Liebe Mutter, warum meineBriefe nach Moschus riechen, musst Du die Post fragen, viel-leicht lagen sie in der Nachbarschaft irgend eines süssen