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2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Neapel bis Barlin.

Balcon von ungefähr sechzig Fuss Länge und fünfundzwanzigBreite. Diese Wohnung gehört dem liebenswürdigsten Eng-länder, Lord Cavendish; der edle Mann behält sie währendeines Badeaufenthalts in Castellamare und der noch edlereCameriere hat sie gänzlich zu unserer Disposition gestellt. Aufdiesem Balcon geht es folgeudermassen zu: drei grosse Glas-thiiren führen hinaus, er ist mit einem Fusshoden von zierlicherSteinmosaik und einem eisernen Geländer versehen; und indemman hinaustritt, sperrt man unfehlbar Maul und Nase auf undsieht links einen Tlieil der Stadt, der sich bis zum Vesuv hin-zieht, diesen ganz und gar und in der vortheilhaftesten Lage;die unzähligen Oerter und Landhäuser, die ihn vom Fuss biszum zehnten Theil seiner Höhe bedecken, den Eremiten amFuss des Aschenkegels, diesen selbst, der höchst falsch, un-heimlich und gräulich in all die Herrlichkeit hineinsieht, gegen-über die wunderschöne Küste von Sorrent mit all ihren Ort-schaften (bei klarem Wetter kann ich Landsberg in Castellamaresingen sehen), bis zum Vorgebirge la Campanella, so genannt,weil in früheren Zeiten hier die Annäherung der Saracenendurch Blockenläuten verkündet ward. Dann ein Stückchenoffenes Meer, hierauf Capri, das Castel del Uovo, den BergPizzi Falcone und darunter die Strasse Sta. Lucia, die sichim Bogen bis an unser Haus zieht. Der Balcon liegt überdem Meer, unter unsern Füssen befindet sich ein Fischbehälter,aus dem die Sardellen zu unserm Diner täglich frisch gefangenwerden; und wenn Du mit alledem noch nicht zufrieden bist,so wende Deine Augen wieder links und sieh die englischeFlotte da liegen, drei grosse Dreidecker, ruhig und majestätisch,als wären sie bloss darum hergekommen, unsre Aussicht nochzu verschönern. Sie sind aber gekommen, um in der sicilia-nisclien Schwefelfrage einen gelinden Druck auf die neapolita-nische Regierung auszuüben. Die englischen Schaluppen fahrenden ganzen Tag mit taktmässigem Ruderschlag hin und her,Tausende von Booten beleben das Meer, das Auge ist beständigbeschäftigt und dabei erreicht uns der unerträgliche Strassen-lärm nur ganz von fern und nicht mehr störend, das einzigefortwährende Geräusch ist das liebliche Einförmige der Ruder-