Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Italien.

Sonate und den Anfang der grossen aus fis moll. Charlotte,.Bousquet und Gounod sassen dicht um mich her. Es war eineStunde, die ich nicht vergessen werde. Hierauf gingen wirzu Tisch, dann auf den Balcon, wo es himmlisch war. Un-glaubliche Sterne und Lichter in der Stadt, und Glühwürmer,und eine lange Sternschnuppe, eine ferne, auf einem Berge lie-gende, erleuchtete Kirche, und laue Luft, und tiefe, innere Be-wegung in uns Allen. Wir stellten uns an ein Ende desSaals und sangen die Lieder, die ausserordentlich gefielen. Zuguter Letzt musste ich auf Begehren vielfacher Art noch diePhantasie von Mozart, und die Capricen eins und zwei wieder-holen, hierauf wurden noch einmal die Lieder gesungen eswar Mitternacht und unsere Zeit zu Ende:Sie weinen, undwissen selbst nicht warum?" Das war unsere letzte Musikin Born.

Ein zärtliches Embrassement von Ingres hätte ich mirnoch eher gefallen lassen, wenn nicht die jungen Leute alledabei gestanden hätten, für die das wohl ein wahres Gaudiumgewesen sein wird. Ich kann wohl sagen, dass wir ihnen denbesten Tag gemacht haben, den sie unter Ingres ganzer Lei-tung gehabt."

Tagebuch.

Montag, 1 sten Juni 1840. Vormittags gerechnet, genäht,Besuche bekommen, gepackt. Wilhelm ging noch aus undzeichnete die Pallisers ein wenig weiter, allerliebst. Nach-mittags alle Freunde, um fünf fuhren wir aus, erst zu Angri-sani, Pferde bestellen, dann nach St. Onofrio, die göttlicheAussicht sehn, nach Villa Pamfili, wo wir gegen Sonnenunter-gang ankamen: die Pinienbäume golden in Glutli getaucht, dieganze Stadt in Duft, die Berge wunderbar im Ton, das Alba-nergebirg glühend violett, die Ortschaften darauf rosig. Wirblieben bis nach Sonnenuntergang und fuhren dann hinein nachAqua Paola und St. Pietro in Montorio. Einen so himmlischenAbend habe ich vielleicht noch nie geselin, als diesen letztenin Born; ich möchte gern etwas davon aufschreiben, mir selbstzur lebhaften Erinnerung, aber ich weiss es nicht anzufangen.