Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Abschied von Rom.

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Das reine rothe Gold hinter St. Peter, das glühende Violettder Albanergebirge und die unbeschreiblich reiche und grosseTonung der Luft und aller Gegenstände zwischen diesen beidenPunkten, was soll man davon sagen! Ueber der Kirchestand der Neumond, nach der Seite von St. Paul der Jupiter,die andern Sterne waren noch nicht sichtbar. Auf der Treppevor der Kirche standen vier braune Mönche, die Thiire warnoch offen, ich trat einen Augenblick hinein, nie hatte mich soein inneres Gefühl in die Kirche getrieben. Dann gingen wirin die Ecke des Platzes vor der Kirche, wo man St. Peter nochbesser sieht. In der Stadt wurden die Lichter angesteckt, derAbend war angebrochen, Ave Maria wurde geläutet, und unserletzter Tag in Rom war abgelaufen.

Den ganzen Abend gingen Besuche ab und zu, Madrazo,Landsberg, Magnus, Kaselowsky, Elsasser; Soutzos kam nochspät und brachte mir eine Zeichnung, Wilhelm schrieb einsehr schönes Gedicht für ihn nieder, ich versprach ihm vonNeapel aus ein Lied, er war überaus gerührt und weich; ermuss irgend ein Leiden haben, wahrscheinlich unglücklicheLiebe, der Mensch ist gar zu rührend und melancholisch,Leb-haft und stille" sagt Elsasser nicht übel von ihm. Kaselowskyzeichnete noch Wilhelm für das Künstleralbum, und eben, zwölfUhr gingen sie weg, und Mandolinen und Castagnetten durch-ziehn die Strassen.

Und eine herrliche, liebe, reiche Zeit ist verflossen! Wiesoll man denn Gott genug danken für eine zweimonatliche,ununterbrochene Glückseligkeit! Die reinsten Genüsse, derenein Mensclienherz nur fähig ist, haben sich gefolgt, fast keinestörende Viertelstunde in dieser ganzen Zeit. Kein Schmerzals der, dass die Zeit verging. Das letzte Lebewohl von St.Pietro in Montorio wurde uns nicht leicht. Aber ich habe einewiges, unvergängliches Bild in der Seele, das vor keiner Zeitverblassen wird. Ich danke Dir, o Gott!"