Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Benecliction im Lateran.

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Skizzen und Aquarellen wieder und schloss Freundschaft mitihm. Gegen elf fuhren wir nach dem Lateran, die Benedictionzu sehen. Es war prächtig, der Platz mit Landvolk bedeckt,die Treppe unter der Mosaiknische voller Weiber, der Himmelund die Berge und die lieben Ruinen, Alles so duftig undwarm, so poetisch und herrlich. Wir hielten im offenen Wagenmehrere Stunden in grosser Hitze, aber ich kann nicht sagen,dass es mir lästig geworden wäre. Der Anblick war unendlichschöner als bei St. Peter, die Umgebungen sind hier so wunder-bar reizend. Der Wind trug von der Kirche her, und mankonnte des Papstes Stimme deutlich verstehen. Wilhelm gingunter das Volk und zeichnete sehr viel, Soutzos kam mit seinerMappe, und Dugasseau, der von den Mauern eine Ansicht derLage der Villa gezeichnet hatte für mich, als Nachtrag zuWolclionsky, stieg ein und fuhr mit uns zurück. Da kamendie Landmädchen, die Wilhelm gezeichnet hatte, und erkanntenihn, lachten, gingen neben dem Wagen her, er sprach mitihnen, gab ihnen Geld, und zeichnete weiter, es war sehr nett,und der Vormittag klassisch. Als wir bei Tische waren, kamElsasser, der mir sein Bild des protestantischen Kirchhofsbrachte.

Sonnabend 3Osten Mai, Nachts halbzwei Uhr vorbei.Der heutige Tag verging mit Packen der grossen Kiste undmehrerer Koffer. Kaselowsky ass bei uns zur Henkersmahlzeitvortreffliche Krebse, die er künstlerisch beurtheilte, und Avil'tranken eine Flasche Orvieto dazu. Nachmittags packte ichwieder, immer zwischendurch Besuch, gegen Abend gingenwir hundmüde noch ein wenig - auf die Passegiata; es war denganzen Tag Scirocco gewesen, gestern auch, alle Leuteschliefen und klagten, Niemand konnte sich aufrecht erhalten.Heut Nachmittag hatten wir ein Gewitter, gegen Abend wares schwül, aber schön. Mit Glühwürmern kamen wir nachHause, es waren unterdess eine Menge Besuche dagewesen,der alte Santini erwartete uns noch und nahm Abschied.Dann waren wir einen Augenblick allein, bis neun ungefähr.Da kam Dugasseau, bald darauf Bousquet und Gounod undCharlotte. Ich war sehr müde und verstimmt, und um nicht