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Italien.
hergegangen, ist es ein faustdicker Effekt, der denn auch seit200 Jahren seine Wirkung alljährlich auf sein Publikum zumachen nie verfehlt, und man kann aus diesem Beispiel wiedersehen, wie klug und treffend hier Alles zur Wirkung auf dieSinne berechnet ist. Wie man aber seinen Geist durch der-gleichen kluge Berechnung kann gefangen geben, das ist undbleibt mir ein Räthsel. Musikalisch genommen und derfremden Poesie entkleidet, verhält sich die Sache folgender-massen: Das Miserere von Allegri ist ein überaus einfachkomponirtes vierstimmiges Versett m gmoll, welches sich mitsehr- geringen Abweichungen zehnmal wiederholt, und von denSängern nur als Cannevas gebraucht wird, den sie traditionellund etwas roccoco verzieren. Früher soll der Chor bis achtzigKöpfe stark gewesen sein, diesmal zählte ich neunzehn, da siedurch den Damenplatz gehen müssen, um zu ihrem Sängerchorzu gelangen, und wegen der Enge einzeln vorbei defilirten.Sie fangen, wie erwähnt, das Miserere in limoll an, sind abernicht im Stande diese Höhe zu halten, sondern ziehen beijedem Versett etwa einen Drittelton herunter, so dass sie ganztief scliliessen, was wieder auch keinen Übeln Effekt macht.Donnerstag und Freitag singen sie dasselbe Miserere, Freitagwar es etwas früher aus und die Welt ging noch in diePeterskirche, wo ebenfalls ein Miserere gesungen ward, dieSänger standen sichtbar auf hohem Chor, von Tages- undLampenlicht angeschienen, es sah sehr schön aus.
Diesen Abend hatten wir noch eine seltsame Gesellschaftbei der GräÜD Kaisaroff zu bestehen. Nach aller der Kirchen-musik, die wir im den Tagen zu uns genommen, fiel es derguten Dame ein, noch das Stabat mater von Pergolese singenzu lassen, es war Quartettbegleitung, Landsberg, [Bousquetund der gute Herr Levreux mit seinem süssen Lächeln spieltenmit, und ich musste dazu Hügeln, ennuyirte mich aber so da-bei, dass ich beinahe am Klavier eingeschlafen wäre. DasStabat mater wurde von einem Bass und einem Tenor sehrgut gesungen, so gut, als man es nur verlangen kann, —aber Kreuzdonnerwetter, wir hatten schlabbrige Musik genugim Leibe.