■Venedig.
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machen, so sollt Ihr mitgeniessen, sobald und soviel als mög-lich. Ich erinnere mich in meinem Lehen nicht leicht in24 Stunden soviel Erstaunen, Bewunderung, Rührung, Freudeempfunden zu haben, als in diesem wunderbaren Venedig! Seitwir hier sind, hab ich fast noch keine trocknen Augen gehabt— völlig bezaubernd ist der Anblick dieser Wunderstadt. Schonwenn man sich nähert und sie auf dem Wasser schwimmenderblickt, sieht es sich grossartig und märchenhaft zugleich an.Wenn man nun in die ersten Wasserstrassen hineinfährt, undrechts und links die andern Wasserquer Strassen weitergehn,da muss man die Hemden und Schürzen anselin, die in denVorstädten vor allen Häusern zum Trocknen hängen, um sichzu überzeugen, dass man nicht träumt. — Gestern nach Tischgingen wir aus unserm schlechten Gasthause (das uns in Mün-chen sehr geloht worden war) gleich hinunter, ein Stückchenam Hafen entlang, und in die engen Gassen hinein, und damachte ich die erste Erfahrung, wie so tausendmal Abgebil-detes in der Natur wirkt. Die Markuskirche, der Dogenpalastmit den beiden Säulen davor, der Rialto, die Seufzerbrückeerschienen mir nicht als neu, sondern wie alte Bekannte, dieich nur nicht so lebendig und schön in der Erinnerung be-halten hatte. Was mich aber ganz überraschte, war das un-geheure Lehen in der Stadt, das Gewühl wie in Paris, dieMasse der Läden und Kaffeehäuser; ich hatte in Venedig nurtodte Herrlichkeit erwartet, wie in Padua, das wirklich einevermoderte Stadt ist, und nun lebt Alles „in frischester Ge-sundheit!" —■ Heut früh um neun setzten wir uns in eineoffene Gondel und begannen mit gespannter Erwartung unsereFahrten. Zuerst quer über den Hafen nach der Insel undKirche St. Giorgio, wo man ausser einigen schönen Bildern inder Kirche das schönste vor derselben sieht, eine Stadtansicht,wie sie wohl nicht zweimal in der Welt existirt. Dann nachSta. Maria della Salute, am Eingang des Canale grande, mitvielen Bildern von Tintorett und einigen von Tizian. Zu demdeutschen Maler Nerly, den ich hauptsächlich deshalb mitbe-suchte, weil er dasselbe Atelier im Palast Pisani inne hat, indem der arme Leopold Robert endete. Dies Zimmer zu sehn,