76
Italien.
„Hoho, da ist sie ja, wie sie der Spiegel wies — die unge-heure Nase, die sicli so oft schon stiess." — Und .so ist dasBlatt ein ganz humoristisches geworden. Ich spielte auf Be-gehren auf dem verstimmten Instrument, so gut es gehenwollte, die Unterhaltung war äusserst lebhaft, und der Abendgehörte zu den angenehmsten, die man nur erleben kann.München hat mir überhaupt einen sehr guten Eindruck ge-macht, wir haben so liebenswürdige Menschen da kennen ge-lernt, und auch die Kunstwerke, selbst die alten, haben daden Stempel der Gegenwärtigkeit; man sieht, dass sie mitLiebe gehegt und verstanden werden, und das giebt ihnen erstden Werth. Es lebe der König von Baiern, quand meme! u —
In Padua, das „einen widerwärtigen Eindruck von Ver-wesung" machte, ist die Kirche St. Antonio und daneben dieScuola di Tiziano Sehenswerth, ein mit Wundergeschichten deslieil. Antonius Fresco gemalter Raum. „Ein dem Tizian zu-geschriebenes Bild," bemerkt Fanny, „wo der heil. Antoniusein Wickelkind reden lässt, ist sehr hübsch. Die Wunder desHeiligen sind alle ganz besonders praktischer Art. Sobald ichkatholisch werde, soll er mein Schutzpatron sein. Er erwecktverstorbene Gläser und Teller, das ist so gut in der Wirth-schaft zu brauchen. — Wir gingen noch nach der Kapelle,deren Bilder von Jacob d'Avanzi durch Förster (Jahre vorher)gereinigt wurden. Der Schmutz, den er heruntergewaschen,steht noch in der Kapelle, die Tische, die er gebraucht, nochübereinander. Es ist ein Sauvolk!" —
Brief an die Familie.
Venedig, 13ten Oktober 1839.
„So stand es denn im Buche des Schicksals auf meinemBlatte geschrieben, dass ich 1839 den 12ten Oktober Nach-mittags, nach unserer Uhr um zwei, Venedig zum ersten Mal,aus der Brenta in die Lagunen einfahrend, erblicken und balddarauf diese wunderbare Inselstadt, diese Biberrepnblik, be-treten und besuchen sollte. Da Euch unsere Reisebriefe Freude