Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
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Italien.

diese Treppe hinauf zu steigen, war uns sehr rührend, da wirdurch die kleine Schrift alle Details seines Lebens und Todesso genau im Gedäcktniss hatten. Nach der Akademie. Es istdasselbe Gebäude, das Götlie unter dem Namen der Caritämit so grossem Entzücken beschreibt; die Treppe, von der erso ausführlich redet, steigt man hinauf. Die Gemäldegalleriemuss aber damals noch nicht darin gewesen sein, sonst könnteich nicht hegreifen, dass er kein Wort davon sagt. Hier istnun Maria Himmelfahrt, den Kupferstich kennt Ihr ja, unddie Pracht dieses Wunderbildes zu beschreihen ist mir nochviel unmöglicher, als dem Kupferstich. Ausserdem sind nochganz respektable Bilder in grosser Menge da, wenn man aberJenes zuerst gesehen hat (und man hat es immer zuerst ge-sehn), so muss man sich zu jedem Andern, selbst von Tizianerst herabstimmen. Ist man wieder gnädig herablassend ge-worden, so kann man sich die Darstellung der kleinen Mariaim Tempel vom grossen Tizian schon gefallen lassen; es isteins der köstlichsten Bilder, die es gehen kann, und mit nie-derländischer Naivität aufgefasst. Von Paul (er lieisst bei unsjetzt immer Onkel Paul) einige grosse Schau- und Prachtstücke;von Bellini einige Scenen mit Hintergrund aus dem altenVenedig, überaus interessant. Unendlich Vieles haben wirbeut gar nicht gesehn oder bemerkt, es ist zu viel für einmal.Mit vielem Lobe muss ich erwähnen, dass Gebäude und Bilderin der Akademie vortrefflich gehalten sind, wie wir es bisjetzt in Italien noch nicht gefunden haben, denn es ist eineSchande und ein Erbarmen, in welchem Zustande die grösstenSchätze der Architektin - und Malerei sich fast überall befinden.Padua zeichnet sich vor allen in dieser Hinsicht aus, und ichkann nicht sagen, welchen widerwärtigen Eindruck mir dieStadt gemacht hat, obgleich (siehe Göthe), wenn man wie icheinen Cicerone bei sich hat, der Hieroglyphen zu lesen undzu erklären versteht, man bekennen muss, dass herrlicheSachen da waren, aber Freude kann man nicht daran habenUnser nächster Gang heut war kein Kunstgenuss, auch keinOhrenschmaus, sondern ein Austernfrass, uns zu fernerenThaten zu stärken. Palast Pisani, mit einem einzigen Bilde,