Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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Mailand.

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Es ist ecrit la haut , dass wir hier in Mailand keine Men-schen sollen kennen lernen, alle, an die wir Empfehlungenhaben, sind nicht hier und eine Stadt ohne Menschen (in derschönen Natur braucht man sie weniger) ist für mich einKörper ohne Seele, mithin wird Mailand kernen Glanzpunktdieser Reise bilden. Dom, Brera und Skala sind von unsbereits verschlungen, denn solcher Reisemagen ist wirklich einwahrer Schlund, ein Abgrund, ein Straussmagen. Ich werdein meinen Briefen an Euch eine Rubrikitaliänische Zustände"einführen und der erste Artikel soll hiermit folgen: Bis jetzt:Bettler keine; Flöhe wenige, Schmutz bis über beide Ohren.Doch ist Mailand im Aeussern eine der reinlichsten Städte.Ich werde Euch darüber schreiben, wenn wir fortreisen, jetztbin ich noch zu neu hier. In Bezug auf die Sprache gebeich mir alle mögliche Mühe, lese Schilder und lasse mich vonder "Wäscherin und dem Kellner belehren.

In München hatten wir noch ein Paar hübsche Abende,einen bei der Handley, wo sie wirklich glorios spielte. Felixenserstes Concert habe ich, ausser von ihm, noch nicht so spielengehört, dabei ist sie eine allerliebste Person. Den letztenAbend hatten wir einen improvisirten Thee bei uns, getrunkenvon Prand und semer Frau, Rottmann, Marggraf aus Berlinund Kaulbach und seiner Frau, die wir beide an dem Abend erstkennen lernten. Wie das zuging, später mündlich. Genug,wir schieden so herzlich von einander, als hätten wir unslange gekannt. Er ist ein grosser, schlanker Mann, mitinteressantem Gesicht, hoher kahler Stirn, blasser Farbe undhalblangem Haar; auf die Frau passt dieselbe Beschreibung,sie ist sehr hübsch. Er ist äusserst freundlich, tlieilnehmendan Allem, besah die Zeichenbücher mit dem grössten Interesseund giebt Töne von sich, wie Herr Schadow. Beissend witzigist er auch und neckte den ehrlichen, braven Rottmann aufdie possierlichste Art. Als Rottmann's Zeichnung fertig warund Wilhelm nur noch den Schlagschatten hinsetzen wollte,bat Kaulbacli ihn, es ihm doch zu erlauben und setzte in denSchatten Rottmann's Profil mit seiner enormen Nase. Rott-mann lieisst in München il nasone. Dieser schrieb darunter: