Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
58
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Meine Swinemünder Falirt ist erfolgreich gewesen, einInstrument habe ich aufgetrieben, und es ist mir zu morgenversprochen, eine Kommode habe ich schon herausgeschafft,und wir sind nun aufs Beste eingerichtet. Das erste Bad istKebecka, Gott sei Dank, sehr gut bekommen, und nun bm ichaller Sorge los. Auf Sonntag Nachmittag habe ich G.s ausSwinemünde zum Kaffee eingeladen, B.'s werden dazu gebeten,wir machen Musik und die Fete ist fertig. Ich habe mir vor-genommen, eine massig ausreichende Zahl von Felixens undmeinen Musikstücken als Thalberg, Herz, Liszt und Bellinizu taufen, um mich bei unsern guten Gästen nicht in Miss-kredit zu bringen.

Was mm meinen innern Menschen betrifft, geliebter Mann,so ist er beschaffen, wie ein Jean Paul'scher Koman, humo-ristisch sentimental. Ich habe mir durchaus vorgenommen,die beste Laune durchzuführen; bis jetzt ist es mir gelungen,so oft ich aber an Dich denke, (und es geschieht zuweilen!)gehn mir die Augen über."

Kebecka.

Heringsdorf, 3ten Juli.

Es ist wirklich sehr edel, liebster Mann, dass Du vordem Frühstück und in Deiner mir bekannten Hetze mirgeschrieben hast, aber auch ohne den Brief hätte ich heutwieder Nachricht gegeben; lieber Mann, hätte ich gewusst,wie, schön es hier ist, ich hätte Dir gewiss nicht abgeredet,mitzugelin, grade für Dich ist diese Gegend wie geschaffen,wie würdest Du spazieren gehn und Dich unter einen Baumlegen, in irgend einer mathematischen Attitüde ins Meer hin-aus sehn und die grössten Entdeckungen machen. Es ist einezum Nachdenken geschaffene Gegend, wenn ich das sogar sageund empfinde, wie würde es Dir gehn. Nur kann ich michder Wehmuth nicht erwehren, wenn ich das reizende, idyllischländliche Dorf mit seinen Strohdächern und den anspruchsloseinfachen Häusern ansehe und bedenke, wie unfehlbar in einigen