Krönung' der Königin Victoria.
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Um sieben ein viertel Uhr fuhr ich mit Lady Sandon ab;unsere Plätze waren vortrefflich, dicht am Portal der Abtey,Westminster-Hospital. Eigentlich hatte ich zwischen zweiBündeln Heu gestanden, indem Benedicts mich auch einge-laden hatten, bei ihnen in Piccadilly die Prozession zu sehn,wo ich Lablache, die Grisi etc. getroffen hätte, doch konnteich es Lord Sandon nicht füglich abschlagen, seine Frau zuführen, da er selbst mit der Kammer erscheinen musste.
Nachdem wir einige Zeit das Volk betrachtet hatten, wiees wuchs und schwoll, und ich Einiges skizzirt, kamen dieWagen der Peeresses und Peers, welche nicht im Zuge waren,nach einander an, einige gezischt, andre, z. B. Wellington,sehr applaudirt. Das Volk war übrigens im Ganzen gesittet,wenn auch aufgeregt, aber zum ersten Mal habe ich die hie-sige Polizei, ohne eigentlichen Anlass, brutal gesehn. DieMasse, von hinten gedrängt, konnte wirklich nicht anders, alsdie ihr bestimmten Grenzen iiberfluthen, und nun hieben dieKonstabier mit ihren Stöcken ohne Anselm der Person drein,rissen'einzelne Leute an ihren Kleidern heraus, um sie aneiner andern Stelle, wo sie doch wieder ebensoviel Platz ein-nehmen nmssten, hineinzustossen, kurz, es war ein ganz zweck-loses Einschreiten, und viel besser benahm sich die Kavallerie,wo sie_ einschreiten musste. Wir, von unsern privilegirtenPlätzen aus, konnten das ganz gemächlich überschauen, wennsich das Herz nicht umgekehrt hätte, bei der Noth unter uns.Eine Dame mit grünem Schleier wurde über die Köpfe derMenge ohnmächtig weggetragen; in dem Gewirre suchte einbesoffenes Weib mit blossen Schultern und fliegendem Haarzu tanzen und kreischte der Polizei, die sie hindern wollte,nur immer ihr „Coronation" entgegen. Ein humoristischerNachbar brachte sie endlich besser mit, vertraulichen Witzenund schalkhaften Ohrfeigen weg. Ueberhaupt finde ich, dassman hier viel mehr trunkene Weiber als Männer sieht, es istunglaublich, was sie von Whisky hinunterschütten können.Wir selbst brauchten zu solchen Mitteln keine Zuflucht zunehmen, im Innern des Lokals war für Kaffee, Thee, Eier etc.gesorgt, und später, während die Ceremonie in der Kirche war,