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1836—1839.
Berlin, 23. Decbr. 36.
Fanny an Cöcile.
„ Deine Zeichnung, liehe Cöcile, hat uns Allen sehr
viel Vergnügen gemacht und sehr gefallen, besonders aber Hen-sel, der gerade, weil er es am besten versteht, jede Intentionzu schätzen weiss, und ich kann wohl sagen, ein liebenswür-diges Publikum ist. Du erlaubst mir wohl, meinen Mann einwenig gegen Dich zu loben, oder vielmehr Dir zu sagen, dassich ihn wirklich nicht genug zu loben wiisste, so vortrefflichist er, so dass ich mit Ueberzeugung von ihm, wie Du vonFelix, sagen darf, sein Talent ist nicht sein grösster Vorzugund doch wollte ich, Du könntest das Bild sehen, was er jetztvollendet hat, weil ich glaube, dass sich ebensowohl ein liebens-würdiges Gemütli, als ein schönes Talent darin ausspricht. — —■Aber liebe Kinder! Wie kann man 163 Visiten zu machenhaben? das ist ja eine unvergleichliche Thierquälerei! Wir ha-ben gerechnet und gerechnet und herausgebracht, dass, wennIhr auch jeden Tag zwanzig macht, was ein Ding der Un-möglichkeit ist, Ihr doch acht volle Tage braucht, an denenUli- gar nicht leben, sondern nur besuchen könnt — unmensch-lich! Ich hoffe, es hat Einer von Euch bei der dritten sichden Fuss vertreten, oder einen Schnupfen bekommen, der geradeausreicht — weiter nichts. Wenn Ihr Euch diese 163 Visitenrecht deutlich und grausam vorstellt und dann denkt, dassIhr sie nach Eurer Verheirathung abermals zu machen habt,so giebt das vielleicht einen Beweggrund ab, Euch in Leipzigtrauen zu lassen, was ich aus verschiedenen Gründen, die mirdie Bescheidenheit auszuführen verbietet, sehr zweckmässigfinden würde. Ach wäret Ihr morgen hier! Ich denke, es wirdrecht niedlich werden. Zwei grosse Orangenbäume, welche inunserem Vorzimmer stehen, erleuchten wir durch Lämpchen vonausgehöhlten Citronen, dann kommen die grossen Weihnachts-bäume in unserer blauen Stube, unter Hensel's Schülern machenwir eine kleine Lotterie, natürlich aus lauter Gewinnen beste-hend, unsere jungen Leute haben auch wieder ihrerseits einenSpass vor, von dem ich mich aber überraschen lasse, ich weiss