Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
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18361839.

Du wirst mich dadurch sehr glücklich machen. Dass ich einsolches Zutrauen nicht missbrauchen will, kannst Du mirglauben und ich habe es auch wohl zuweilen verdient. Bitte,sage mir das, liebe Mutter.

Glaube aber darum nicht minder das, was ich Dir im An-fang schreibe. Ich möchte nur von Dir und Deiner Güte dieErlaubnisse oder die Emancipation haben, die mir das Alterschon seit einigen Jahren gegeben hat, die ich aber eben nundestoweniger von Dir hier entbehren möchte, oder auch nurdaran zweifeln. Ob ich aber dann bei meiner Rückkehr nachFrankfurt davon Gebrauch machen kann oder nicht, dasist, wie gesagt, mir selbst noch das grösste Rätlisel. Alleshängt von dem ab, was ich bei meiner Rückkunft dort erlebenwerde, denn bis jetzt weiss ich nichts davon. Nur das ist ge-wiss, dass ich ganz Holland, alle Holländer, nebst Seebad, Ba-dekarren, Kursaal und Gästen mit allem Zubehör zu aller Höllewünsche, ins Pfefferland, und wollte, ich könnte schon wiederzurück. Denn wenn ich jetzt dieses sehr liebenswürdige Mäd-chen noch einmal zu sehen bekomme, so denke ich, es wird sichbald entscheiden, ob wir einander näher und nahe kommen,oder nicht; bis jetzt eigentlich kenne ich sie wenig und siemich auch nicht; ich kann Dir darum auch nicht viel über sieschreiben, wie Du es wünschest. Nur das weiss ich zu sagen,dass mir ihre Nähe sehr frohe Tage in Frankfurt jetzt berei-tet hat, grade in einer Zeit, wo ich dessen sehr bedurfte undes wenig erwartete, dass sie eine Tochter des lange verstor-benen Pfarrers Jeanrenaud, von ihrer Mutter (einer Souchay'sehen Tochter) dort im Hause aufs zarteste und sorgsamsteerzogen ist, dass sie mit Vornamen Cecile heisst und mir garsehr gut gefällt.

Liebe Mutter, ich bitte Dich nur, ängstige und agitireDich nicht meinethalben, wie Du mir schreibst, sonst machstDu mich mit ängstlich, und ich möchte gern heiteren und ru-higen Sinnes .und Blickes diese Sache verfolgen und so unbe-fangen dabei bleiben, wie sonst wohl, wenn es in meinem Le-ben auf augenblickliche Entscheidung ankam. Deshalb wünscheich sehr, dass Du Niemandem, am wenigsten Jemand in Frank-