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1836—1839.
gereist, und gerade" liier, wo voriges Jahr das bunteste, beweg-teste Leben geherrscht hatte, machte sich der Contrast um sofühlbarer. Diese Stimmung verlor sich aber in Düsseldorf, woSie bei Woringen's „mit dem bekannten liebeswürdigen Geschreiempfangen wurde, welches Einem kmul tlmt, dass man gerngesehen ist." Gleich denselben Nachmittag war die erste Or-chesterprobe des ersten Theils von Paulus. „Ihr könnt Euchdenken, mit welcher Spannung ich dieser Probe entgegensah.Die Ouvertüre ist wunderschön, die Idee, den Choral „Wachetauf, ruft uns die Stimme" grade zur Einleitung des Paulus zubenutzen, fast witzig, herrlich in der Ausführung. Er hat denOrgelklang prächtig im Orchester getroffen. Die Chöre gehenschlagend, Solos wurden gestern nicht gesungen. Die Stellemit der Erscheinung klingt ganz anders, als ich sie mir dachte,aber so wunderschön, so überraschend und ergreifend, wie ichWeniges in der Musik kenne. Es ist der Gott, der im Sturmdaher fährt. Als nach dem folgenden Chor „Mache Dich auf,werde Licht" ein lautes Beifallsklatschen, Bravorufen undTuschblasen erfolgte, dankte ich Gott, dass Du, liebe Mutter,nicht liier bist, denn nach dem Eindruck zu schliessen, dendiese erste unvollkommenste Probe auf die Anwesenden machteupd auf mich, die ich doch jünger, stärker und weniger leb-haft von Empfindung bin, als Du, hättest Du es nicht aushaltenkönnen, es wäre Dir ohne Frage' zu viel geworden. — Ichfühle mich aber wahrhaft beschämt, die Einzige zu sein vonEuch, der ihr gutes Glück gestattet, dies mitzuerleben. Wiegönnte ich es Euch Allen! — Ich erinnere mich nicht einesähnlich starken Gefühls von Freude und Traurigkeit zu-gleich. —
Nach der Probe ging Felix mit zu Hause, und wir bliebenmunter zusammen bis halb zwölf. Ich hätte es mir nicht mög-lich gedacht, ausser meinem Hause mich irgendwo in der Weltso wohl zu fühlen, wie bei diesen lieben herrlichen Menschen.Wärst Du doch mit hier, lieber Wilhelm, es ist wirklich einangenehm behagliches Gefühl, so zu Hause und auch nicht zuHause zu sein. Ich freue mich aber doch nicht wenig auf daswirkliche zu Hause. —