Druckschrift 
Der Urstamm der Hohenzollern und seine Verzeigungen
Entstehung
Seite
245
Einzelbild herunterladen
 

245

zerstört worden, hat sich nur noch der rund ausgemauerte Brunnenerhalten, aus dessen Tiese jetzt ein Ahornbaum freudig enipor wachstund seine zum Licht aufgerungene Krone über den Brunnen aus-breitet. Nordöstlich, in der Nähe von dem „Wenzelstein", liegtder zum Theil auf der Markung von Weil heim (K. W. O.A.Balingen) gelegene „Loch enst ein", ein riesenhafter, fast unzugäng-licher Felsenstock. Zwischen dem Lochenstein und Wenzelsteinliegt der „Lochenhof", welcher zu dem nahen Weiler Ober-. Hausen (K. W. O.A. Rotweil) gehört und friiher (so 1569 und1624) Winzlau-Hof hieß, unter diesem sogar noch in der sog.österreichischen Jurisdiktions-Tabelle von 1804 aufgeführt wird. Inder Gegend.desselben lag in alten Zeiten ein Dorf Winzeln ge-nannt, ohne Zweifel die nächste Zugehör der Burg auf dem Weu-zeist ein. Dieses ehedem schwer zugängliche Felsen-Schloß bestandjedenfalls schon in der ersten Hälfte des 11. Jahrh., sehr wahr-scheinlich schon früher und darin saß die darnach benannte, für unsbesonders interessante Landold-Gruppe und Sippschaft des ältestenHauses Hohenzo ll ern.

Das, so viel bis jetzt bekannt, älteste, urkundlich beglaubigteGlied derselben ist jener Landold, welcher 1050 zuHilzingen(Gr. Bad. B. A. Blumenfeld) Zeuge war, als Eb erhard, Grafdes Zürichgau's, ein Burkardinger, Grundstücke in Schaff-hausen (Schweiz) eintauschte, wo er ein Kloster zu stiften beab-sichtigte. Es ist ohne Zweifel derselbe, welcher in einer andernUrkunde desselben Grafen von 1056, bei welchem Anlaß dieserNellenburg als sein »oastellnin« aufführt, wiederum als Zeuge ge-nannt wird. Im Jahr 1084 wohnte ein L. v. W., wohl derSohn des Vorigen, u. a. mit einem Ritter von Ehestötten(s. unten), den Abmachungen an, welche Hezelo, sein Stammes-vetter, in Betreff der Stiftung des Klosters St. Georgen ge-troffen (s. oben S. 247). 1094 machte derselbe mit einem SohneHugo an das soeben genannte Kloster eine ansehnliche Schenkungvon Gütern in Ortschaften, die im heutigen K. W. O.A. Ba-lingen lagen (s. unten). Vier Jahre darnach trifft man denselbenzu Rotweil, als die Stiftung des Klosters Alpirsbach, anwelcher Adelbert von Zollern hervorragenden Antheil ge-